Kategorie: Leben

  • Strick-Kinos – gemeinsam statt einsam

    Strick-Kinos – gemeinsam statt einsam

    Ein neuer Trend rollt aus Skandinavien nach Deutschland und der heißt Strick-Kinos! Und weil wir euch unbedingt für Hobbys begeistern und Tipps gegen Einsamkeit im Alter geben wollen, verraten wir euch, warum das Stricken und Häkeln im Kino eine Bereicherung sein kann und wo es die ersten Strick-Kinos in Deutschland gibt.


    Kopfkino aus, Achtsamkeits-Kino an!

    Handarbeit erlebt in den letzten Jahren einen wahren Boom. Nicht zuletzt, weil auch junge Menschen zunehmend Freude am Stricken, Häkeln und Co. haben und es hippe Strick-Designs wie etwa den Sophie Scarf von PetiteKnit gibt, der seit etwa zwei Jahren über Social Media viral geht. Viel wichtiger: In der Hektik des Alltags ist es einfach ein extrem entspannender und kreativer Ausgleich. Kurz: Handarbeit macht uns achtsam – wir fokussieren uns auf den Augenblick und lassen uns ganz auf ihn ein. Nicht zuletzt macht die eigene Kreation natürlich auch mächtig stolz und wir bereiten uns oder anderen eine Freude damit.

    Noch schöner wäre es allerdings, wenn wir das nicht immer nur allein zu Hause, sondern in entspannter Atmosphäre mit Gleichgesinnten machen können, oder?

    Knittingclubs – für mehr Kreativität und Gemeinschaft

    Aus diesem Grund gründen immer mehr Berufs- und Hobby-Stricker:innen regionale Strick-Clubs aka Knittingclubs. Sie treffen sich in ihren eigenen Woll-Lädchen, in Vereinsräumen, Cafés oder bieten sogar Strick-Events als Wochenendtrip bzw. Knit-Weekend – also quasi ein Knit-Retreat an. Wieso also nicht auch in Kinos?

    Welche Vorteile haben Strick-Kinos?

    Gerade wenn es euch nicht leichtfällt, euch mit fremden Menschen, die eure Leidenschaft teilen, zu vernetzen, ist so ein Strick-Event im Kino echt entspannt. Socializing durch die Stricknadel. Vor Beginn könnt ihr euch ein wenig beschnuppern und natürlich habt ihr gleich ein Thema, das euch verbindet und über das ihr sprechen könnt. Damit ihr nicht den Faden verliert, wird das Kinosaal-Licht nur leicht gedämmt, ihr sitzt nebeneinander und könnt die gemeinsame Zeit, die Handarbeit und den Film genießen. Schön ist außerdem, dass so ein Strick-Event Generationen miteinander verbindet und das Geschlecht keine Rolle spielt. Nach dem Film habt ihr ebenfalls noch mal die Möglichkeit, euch zu unterhalten, Handynummern auszutauschen, ein weiteres (kleineres) Treffen mit anderen auszumachen usw.

    Was erwartet euch in Strick-Kinos noch?

    Oft bieten euch Strick-Kino-Events zusätzliche Dinge wie …

    • Willkommensgetränk
    • Bedienung am Platz
    • Verlosungen
    • Rabattaktionen

    Übersicht über Strick-Kinos in Deutschland

    Derzeit begegnen mir über Instagram gehäuft Strick-Kino-Events. Und weil in den Kommentarspalten sehr häufig die Frage aufkam, ob es so was auch in der Stadt XY gibt, habe ich euch eine erste Übersicht erstellt. Falls ich eine Stadt, Insel oder einen Ort vergessen habe, schickt mir gern eine Nachricht und ich erweitere die Liste.

    Strick-Kino in Berlin

    Strick-Kinos in Hamburg

    • Knit & Cinema-Event – organisiert von Nina-Celine aka Knitmates.
    • Orte: Ihr Strick Event fand bislang z. B. in der Astor Film Lounge und zuletzt im Elbe Kino statt. Folgt für kommende Termine Knitmates auf Instagram.
    • Weiters Event: Stricken im Kino im Zeise Kino
    • Nächster Termin: 18. Mai 2025

    Strick-Kino in Kiel

    Strick-Kino in Oldenburg

    Strick-Kino in Euskirchen

    Strick-Kino in Verden

    Strick-Kino im Sauerland (Altena-Dahle)

    Strick-Kino in Leverkusen

    Strick-Kino in Karlsruhe

    Strick-Kino in Nürnberg

    Strick-Kino in München

    Strick-Kino in Freyung

    Und jetzt ab in den Kinosessel und losgestrickt! 🙂

    Ihr wollt noch mehr Tipps, um unter Menschen zu kommen? Mit diesen 8 Aktivitäten hat Einsamkeit im Alter keine Chance!

     

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  • 8 Podcasts für Best Ager: Wechseljahre, Ageism, Longevity und Co.

    8 Podcasts für Best Ager: Wechseljahre, Ageism, Longevity und Co.

    Podcasts gibt’s wie Sand am Meer, aber wovon es gern noch mehr geben darf: Podcasts für Best Ager, die informativ und unterhaltsam sind, Lust aufs Leben machen, Generationen verbinden und unseren Horizont erweitern! Eine kleine Auswahl gibt es immerhin schon. Acht stellen wir euch heute vor. Also Lauscher gespitzt oder Hörgeräte gut eingestellt, Beine hochgelegt und eingetaucht ins Age-Audioversum.


    Laut Statista/Bitkom hörten 2024 etwa 50 Prozent der Befragten zwischen 50 und 64 Jahren und etwa 35 Prozent der Befragten ab 65 Jahren Podcasts. Je älter wir sind, desto geringer ist die Bekanntheit von Podcasts. Das ändern wir hiermit! 🙂

    Was ist ein Podcast?

    Bei einem Podcast handelt es sich um Audiobeiträge (immer öfter auch Videobeiträge), die ihr zeitunabhängig über das Internet (z. B. Musikstreaming-Dienste wie Spotify, kostenlosen Mediatheken/Audiotheken, Webseiten sowie Podcast-Apps) anhören könnt. Also quasi eine Radio-Serie zu einem bestimmten Thema mit Moderator:innen und meist wechselnden Interviewgäst:innen, die ihr über jedes digitale Endgerät ohne nerviges Rauschen oder komplizierte Sendersuche und zu jeder Zeit und an jedem Ort anhören könnt. Natürlich gibt es eine Vielzahl an altersunabhängigen Podcasts in den Bereichen Nachrichten/Politik, True Crime, Comedy, Gesundheit, Wissenschaft, Gesellschaft, Kultur usw.

    Wenn es aber um spezielle Themen wie Leben und Gesundheit im Alter, Wechseljahre und Longevity/Biohacking geht, leg ich euch folgende Podcasts ans Herz.

    8 Podcasts für Best Ager

    – und die, die es werden wollen!

    1. Hormongesteuert – Der Wechseljahre-Podcast mit Dr. Katrin Schaudig

    Wenn es um die Wechseljahre geht, kommt mir sofort Dr. Katrin Schaudig in den Sinn. „Hormongesteuert – Der Wechseljahre-Podcast mit Dr. Katrin Schaudig“ widmet sich natürlich den medizinischen Aspekten und versorgt euch mit essenziellen Infos und Tipps. Auch macht Dr. Schaudig deutlich, dass jede Frau die Wechseljahre komplett individuell durchlebt und greift deshalb eine Vielzahl an Themen auf wie …

    • Fehldiagnosen und Unwissenheit
    • Hormonersatztherapie (die Angst davor und wie geht es weiter, wenn sie nicht wirkt?)
    • Hitzewallungen
    • Schlafstörungen
    • Inkontinenz
    • Scheidentrockenheit
    • Sexleben
    • Herzrasen/Herzstolpern
    • Wechseljahre nach Brustkrebs
    • Wechseljahre mit Endometriose
    • vorzeitige Wechseljahre

    Podcast-Link: Hormongesteuert – Der Wechseljahre-Podcast mit Dr. Katrin Schaudig

    2. Gelassen älter werden

    In dem Podcast „Gelassen älter werden“ behandeln Bertram Kasper und Catharina Maria Klein alltägliche Themen, die Menschen in der dritten Lebensphase beschäftigen. Mit ihren Gäst:innen sprechen sie z. B. einfühlsam über …

    • Altersdiskriminierung (Ageism/Ageismus)
    • KI (künstliche Intelligenz)
    • Traumverwirklichungsgeschichten von Menschen über 60
    • Altersarmut
    • Demenz
    • Freundschaften im Alter und zwischen Alt & Jung
    • Politik
    • Sexualität
    • Arbeit mit über 70
    • Sterben

    Podcast-Link: Gelassen älter werden

    3. 50 über 50 – Gesund und entspannt älter werden

    Viele von euch kennen sie bereits: Stephanie Hielscher ist freie Journalistin und Autorin des Buches „So alt war ich noch nie“ und die Stimme des Podcasts „50 über 50 – Gesund und entspannt älter werden“. Darin teilt sie persönliche Erfahrungen und führt Gespräche mit Gästinnen wie der Gründerin Mitra Kassai von Oll Inclusiv, der Hautpflegemarke-Gründerin Susanne Kaufmann, Moderatorin Susann Atwell uvm.

    Die Themen:

    • Gesundheit
    • Stärkung von Frauen
    • Einsamkeit im Alter
    • Veränderungen
    • Sexualität
    • Altern und Schönheit
    • Menopause

    Podcast-Link: 50 über 50 – Gesund und entspannt älter werden

    4. War’s das

    In der deutschen Filmlandschaft kommen wir an der Schauspielerin und Kabarettistin Maren Kroymann nicht vorbei. Ich kenne und liebe sie seit meiner Kindheit und ziehe den Hut vor ihrem gesellschaftlichen und politischen Einsatz. In ihrem Bremen-Zwei-Podcast „War’s das“ spricht sie mit Frauen über 50 über …

    • Sichtbarkeit von Frauen
    • Finanzen im Alter
    • Diskriminierung
    • Krankheiten im Alter
    • stilvolles und selbstbewusstes Altern
    • Altern in der Öffentlichkeit

    Podcast-Link: War’s das

    5. Mit den Waffeln einer Frau

    Barbara Schöneberger müssen wir euch natürlich nicht mehr vorstellen. In ihrem Podcast „Mit den Waffeln einer Frau“ geht es tatsächlich um Waffeln, aber nicht nur. Denn sie ist schlau und nutzt Ihre Backkünste, um ihren Gäst:innen aus Musik, Fernsehen, Sport und Showbiz auf den Zahn zu fühlen. Kein expliziter Podcast übers Altern, aber mit Gäst:innen wie Heiner Lauterbach kommen dann doch auch mal Themen wie Rentnerrabatte zur Sprache und Dinge wie …

    • Botox und Sex mit Janine Kunze
    • Männer mit Bettina Zimmermann
    • Oasis-Tickets mit Benjamin von Stuckrad-Barre
    • Lieder mit Olli Schulz
    • nackte Ski-Lehrer, Paparazzi und Selbstzweifel mit Michelle Hunziker

    Podcast-Link: Mit den Waffeln einer Frau

    6. Lifestyle of Longevity

    Welches Thema begegnet uns seit Monaten in den sozialen Netzwerken zuhauf? Longevity (Langlebigkeit)! Und genau darum geht’s in dem Podcast „Lifestyle of Longevity“ mit Dr. Kati Ernst und Kristine Zeller, die nun ihre über Jahre gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse mit uns teilen. Sie sprechen u.a. über …

    • Sport
    • Trends wie Reformer Pilates, Mouthtaping, Aroma Therapie, Biohacker Bryan Johnson
    • Snacks
    • Sex
    • Darm (Mikrobiom)
    • Supplements und Ernährung
    • Stressreduktion & Entspannung

    Podcast-Link: Lifestyle of Longevity

    7. Chronisch gut – Der Podcast über chronische Krankheiten

    In „Chronisch gut – Der Podcast über chronische Krankheiten“ gibt Helene Anschütz, die selbst unter der chronischen Erkrankung Morbus Bechterew leidet, chronischen Erkrankungen eine Stimme. Gemeinsam mit Expert:innen wie Dr. Julia Fischer und Erkrankten – die häufig auch Expert:innen sein müssen, um überhaupt eine Diagnose und medizinische Hilfe zu bekommen – klärt sie über chronische Erkrankungen, den Alltag und die Herausforderungen damit auf.

    Gesprochen wird u.a. über:

    • PCOS und generell Gendermedizin/Frauengesundheit/Feminismus
    • Medfluencer, Gurus und Gesundheitsmythen
    • Krebs
    • Psoriasis Vulgaris
    • Politik und chronische Erkrankungen
    • Sarkoidose (Morbus Boeck)

    Podcast-Link: Chronisch gut – Der Podcast über chronische Krankheiten

    8. Old and Gold

    In dem Podcast Old an Gold spricht Lisa Lauter nicht über, sondern mit älteren Menschen. Dazu fährt sie durch ganz Deutschland, besucht Senior:innen zu Hause und in Pflegeeinrichtungen und lässt sie ihre Geschichten erzählen. Ein Generationen-Podcast, der zum Austausch anregt, denn: Erfahrungen älterer Menschen sind goldwert. Freut euch auf Geschichten über …

    • Neugierde und Lebensfreude im Alter
    • Liebeskummer und Kompromisse in Beziehungen
    • Trauer
    • Tapferkeit
    • Mut
    • Freundschaft
    • Einsamkeit

    Podcast-Link: Old an Gold – Goldwerte Geschichten über das Leben

    Ihr habt Fragen zur ambulanten Pflege und sucht einen Pflegedienst in Oberhausen NRW oder naher Umgebung? Dann braucht ihr keinen Podcast, sondern Hanne und Hans und unseren Pflegedienst Sensus! 😉

     

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  • Würdevolle Pflegehilfsmittel von finally – den Tagen mehr Leben geben

    Würdevolle Pflegehilfsmittel von finally – den Tagen mehr Leben geben

    Würdevolle Pflegehilfsmittel von finally: Seit meiner Kindheit bekomme ich durch die Arbeit und den ambulanten Pflegedienst meiner Mutter einen Einblick in die Pflegearbeit. Damals wie heute habe ich mir die Frage gestellt, wieso Produkte für Alten- und Krankenpflege neben der Funktionalität eigentlich nur eins im Sinn zu haben scheinen: dass Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit abseits vom individuellen Leben stattfinden. Doch Älterwerden, Erkrankungen und das Sterben sind nun mal Teil des Lebens. Laut Destatis waren im Dezember 2023 im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI) etwa 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig.* Wieso sind es dann immer noch Tabus? Natürlich weil wir unsere Endlichkeit lieber verdrängen. Vielleicht aber auch aufgrund einer stigmatisierenden Produktpalette im mausgrauen und krankenhausweißen Gewand. Funktional, steril und einheitlich scheint der Design-Konsens zu lauten. Die Diplom-Produktdesignerin und Trendexpertin Bitten Stetter aus Zürich geht neue Wege und entwirft deshalb seit 2021 unter ihrem Label finally. würdevolle Pflegehilfsmittel wie Ess- und Trinkgeschirr, Greifobjekte, Pillendosen, Kommunikationstools, Kleidung und Zubehör fürs Krankenbett.


    Nachdem ich durch Zufall vor einigen Monaten den CityCaddy entdeckt habe, fragte ich meine Mutter, welches Pflegehilfsmittel wohl dringend ein Update benötigt. Ihre Antwort: „Urinbehälter für Männer“. Natürlich begann ich erstmal mit der Recherche. Gibt es wirklich noch nichts auf dem Markt? An den Schaufenstern klassischer Sanitätshäuser gehe ich nach wie vor schnellen Schrittes vorbei. Dann schaute ich mir die Aussteller:innen einer Pflegemesse an, die die neuesten Trends am Pflegehimmel präsentierte und fand … auch nichts.

    Den Tagen mehr Leben geben – finally.

    Sollten wir nicht gerade aufgrund von Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit nicht nur unseren Blick auf die Funktionalität richten, sondern ebenfalls darauf, dass uns das Produktdesign anspricht? Es geht ja hierbei nicht um impulsartigen und unnützen Konsum, sondern um Dinge, auf die wir in den fragilsten Phasen unseres Lebens eine Weile oder bis zu unserem Tod angewiesen sind. Dinge, mit denen und durch die wir würdevoll und individuell leben – uns lebendiger und respektiert fühlen. Die gute Nachricht: Ich sehe Licht am Ende des tristen Krankenhausflurs! Dank der ästhetischen Pflegehilfsmittel von finally!

    Mehr Infos erfahrt ihr von der Diplom-Produktdesignerin, Trendexpertin Bitten Stetter in unserem Interview, die als Professorin für Trends & Identity an der der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) zu Design, Lebensstilen und Wandel forscht.

    Pflegehilfsmittel finally
    Bitten Stetter

    Was war der Auslöser für die Gründung von finally?

    Bitten Stetter: Der Auslöser für die Gründung von finally. waren sehr persönliche Erfahrungen. Als Angehörige eines chronisch krebserkrankten und im Verlauf sterbenden Menschen habe ich hautnah miterlebt, wie wenig wir der Lebensreise, in der wir meist einen Prozess von gesund zu fragil erleben, eine wertschätzende Aufmerksamkeit widmen. Der Gestaltung der Gesundheitsreise wie auch letzten Lebensphase kommt wenig gestalterische Auseinandersetzung zu teil. Während es für jede andere Phase von der Geburt über Kindheit und Jugend bis ins hohe Alter unzählige durchdachte Produkte gibt, bleibt vor allem das Sterben von einer trostlosen und funktionalen Ästhetik geprägt.

    Ich war fassungslos, wie wenig würdevolle Dinge für Menschen, die ihre letzten Lebensphasen antreten, existieren. Statt durchdachter Pflegeprodukte fand ich billige Plastikbecher, uniforme Pflegekleidung und sterile, abweisende Umgebungen. Als Designerin und Trendforscherin konnte ich nicht akzeptieren, dass in einer Welt, in der Design jede Facette unseres Lebens beeinflusst, Fragilität und Endlichkeit so wenig Beachtung finden.

    Aus dieser Erfahrung heraus entstand finally. Unser Ziel ist es, das Leben als Prozess durch gesunde und fragile Phasen neu zu denken. Mit Produkten, die nicht nur funktional, sondern auch sinnlich, ästhetisch und würdevoll sind und damit nicht nur den fragilen Menschen Unterstützung geben, sondern auch den Zu- und Angehörigen wie auch den professionellen Pflegenden. Denn Design hat die Kraft, nicht nur das Leben, sondern auch das Lebensende menschlicher zu gestalten. Uns ist es dabei wichtig, die Vergänglichkeit als Teil menschlicher Existenz anzuerkennen.

    Wofür steht finally. genau?

    Bitten Stetter: finally. steht für die Idee, eine ästhetische, menschenzentrierte Designperspektive in die letzten Lebensphasen und ich spreche hier sehr bewusst von Phasen zu bringen. Es geht darum, die Endlichkeit nicht zu verbergen oder Sterblichsein zu stigmatisieren, sondern diese Phasen des Lebens mit Respekt und Würde zu gestalten. Die Care-Produkte und Designs sollen einfühlsam sein, um den Menschen auf seinem Lebensweg bis zum Schluss zu unterstützen.

    Designst du die Produkte allein oder im Team?

    Bitten Stetter: Ich arbeite sowohl allein als auch mit Expert:innen aus der Pflege, aus der Psychologie, wie auch mit Betroffenen (z. B. krebskranken Menschen) zusammen. Dabei ist es besonders wichtig, nicht nur mit Fachleuten aus den Bereichen der medizinischen Palliativpflege, sondern auch mit freiwilligen Caregivers, nicht professionellen Caregivers wie auch Caretakers zusammenzuarbeiten. Denn die Perspektiven können sich sehr unterscheiden. Die Zusammenarbeit ermöglicht es mir, sowohl die ästhetischen als auch die praktischen Bedürfnisse aller mitgestaltenden Personen zu berücksichtigen. Denn Sterben tun wir selten allein, so wie wir auch selten allein schwer erkranken. Meist sind auch andere Personengruppen an diesen Verläufen beteiligt. Zudem müssen wir Sterben hier auch sehr weit fassen, ähnlich wie es die Palliative Care tut. Sterben beginnt aus mancher Perspektive schon nach der Geburt. Soweit würde ich selbst nicht gehen, aber es nimmt sicher seinen Anfang, wenn ein Mensch (chronisch) erkrankt oder sich aufgrund seines natürlichen Alters in seiner fragileren Lebensphase befindet.

    Wo werden die Produkte produziert und worauf achtest du bei den Materialien?

    Bitten Stetter: Die Produkte werden in enger Zusammenarbeit mit Handwerker:innen und spezialisierten Produzent:innen in Europa fair produziert, die sich auf hochwertige Materialien und Produktionen konzentrieren. Ich achte besonders auf Nachhaltigkeit, eine hohe Materialqualität und darauf, dass die Produkte sanft und sicher für die Menschen sind. Auch und vor allem die emotionale, bedeutungsvolle Wirkung der Materialien ist für uns ein wichtiger Faktor. Pflegen und Begleiten heißt berühren: Die Dinge, die wir gestalten, sollen durch ihre Wertigkeit im doppelten Sinne berühren.

    Was können stilvolle Pflegehilfsmittel aus deiner Sicht alles leisten?

    Bitten Stetter: Ästhetisch hochwertige Pflegehilfsmittel können weit mehr leisten als nur funktionale Unterstützung. Sie können den Krankheits-, Alterungs- und Sterbeprozess menschlicher und würdevoller gestalten, indem sie eine beruhigende Atmosphäre schaffen und den Patient:innen sowie deren Angehörigen das Gefühl von Nähe, Geborgenheit und Respekt vermitteln. Sie helfen dabei, das Tabu rund um die Endlichkeit und Vergänglichkeit zu brechen und ermöglichen eine bewusstere und anerkennende Auseinandersetzung mit der Fragilität des Lebens.

    Welche Produkte bietest du an?

    Turnarounder

    Bitten Stetter: Aktuell konzentriere ich mich auf Produkte, die uns taktil oder visuell in Pflegebereichen berühren. Pflegeutensilien und spezielle Kleidung für den Übergang von der gesunden bis zur letzten Lebensphase. Diese Produkte sind nicht nur funktional, sondern auch hautsinnlich ansprechend und auf die Bedürfnisse von schwer kranken oder sterbenden Menschen abgestimmt. Besonders am Herzen liegt mir die Entwicklung von Dingen, die sowohl die körperliche als auch die emotionale Würde der Menschen in dieser Phase unterstützen und die Kommunikation zwischen An- und Zugehörigen und Betroffenen fördern. Kommunikationstools sowie Dinge, die Übergänge und Zwischenräume gestalten. Denn Sterben ist heute meist ein sehr langsamer Prozess, oftmals über mehrere Jahre mit Höhen und Tiefen, guten und schlechten Tagen. Ich verstehe unsere Designs als Lebensbegleiter. Daher ist der Turnarounder ein Morgenmantel, der sich zum Spitalhemd wenden lässt, auch ein wichtiges Produkt, da es sehr gut das Thema Krankheit als Weg vermittelt.

    Welches Feedback bekommst du und wer sind bislang deine Hauptkund:innen?

    Bitten Stetter: Das Feedback, das ich erhalte, ist überwiegend positiv. Vor allem von Angehörigen und Betroffenen aber auch von Pflegenden, die sich ästhetische und menschenzentrierte Produkte im Pflege- und Sterbebereich wünschen. Meine Hauptkund:innen sind Pflegeeinrichtungen, Hospize und palliative Einrichtungen, aber auch Einzelpersonen, die schöne Care-Objekte im Alltag vermissen und suchen.

    Wo kann man Pflegehilfsmittel von finally kaufen?

    Bitten Stetter: Die Produkte von finally. sind online erhältlich und können über unsere Website bestellt werden. Außerdem haben unser Care Atelier, einen Shop im Herzen Zürichs. Zudem arbeiten wir mit verschiedenen Care-Plattformen und Pflegeeinrichtungen und Vereinen zusammen, die unsere Produkte ebenfalls anbieten.

    Du bietest neben deinen Produkten auch Workshops an. Worum geht es?

    Bitten Stetter: Die Workshops und Veranstaltungen, die wir veranstalten, richten sich an alle, die in der Pflege oder Betreuung von sterbenden

    Würfelset

    Menschen tätig sind, sowie an Angehörige, die sich aktiv mit dem Thema Sterben und Tod auseinandersetzen möchten und an alle, die in Berührung mit unserer Endlichkeit treten ‒ sich also vorbereiten und auseinandersetzen möchten. In unseren aktuellen Workshops arbeiten wir z. B. mit unseren Würfeln, um uns Fragen der Fragilität anzunähern. Dies soll helfen, die letzten Lebensphasen besser zu planen und zu gestalten. In anderen Workshops fragen und spekulieren wir darüber, wie Design die Pflege und das Wohlbefinden verbessern kann.

    Mein Wunsch ist es, dass sich irgendwann Geschäfte für ästhetische Pflegehilfsmittel zwischen Mode-, Beauty-, und Einrichtungsläden reihen – solange es überhaupt noch den stationären Handel gibt. Gleiches gilt natürlich für den Online-Handel. Was ist deiner?

    Bitten Stetter: Ich teile diesen Wunsch mit dir. Der stationäre Handel ist nach wie vor wichtig, denn er bringt uns oft ungeplant in Berührung mit Dingen. Zudem ist es für uns essenziell, dass Menschen unsere Produkte erleben und in unserem Shop in den Austausch treten. Gleichzeitig hilft uns der Online-Shop, eine breitere Zielgruppe zu erreichen.

    Ich hoffe, dass sich ein Bewusstsein für wertschätzende und ästhetische Pflegehilfsmittel entwickelt und sie Teil des Mainstreams werden. Schließlich ist der Umgang mit Fragilität, Krankheit, Altern, Sterben und Tod ein sehr persönliches Thema, das oft einfühlsam und respektvoll begleitet werden muss.

    Hier gibt es noch viel zu tun, denn das Gesundheitssystem ist stark auf Heilung, Standardisierung, Effizienz und Funktionalität ausgerichtet – dabei wird das sinnliche Erleben oft ausgeklammert. Das möchten wir im Kleinen wie im Großen ändern.

    Dafür brauchen wir Menschen wie euch, die unser Anliegen für relevant erachten und es mit uns teilen. Spread the message: finally we are fragile humans.

     

    Wir danken dir für das Gespräch, liebe Bitten und wünschen euch von Herzen weiterhin viel Freude und Erfolg mit finally!

     

    Wir empfehlen euch unseren Artikel „Ambulante Palliativversorgung: Begleitung in der letzten Lebensphase“ – hier erfahrt ihr von Hannelore vom Pflegedienst Sensus, was ihr euch unter ambulanter Palliativpflege vorstellen könnt.

    * Quelle: Destatis

    Titelbild und Produktbilder im Text: © Mina Monsef for finally

    Portrait von Bitten Stetter: © David Jäggi/ZHdK

     

    Unbezahlte Produktwerbung/unbezahltes Interview

  • Dating ab 50plus – Dating-Apps für die Partner:innensuche für Ältere

    Dating ab 50plus – Dating-Apps für die Partner:innensuche für Ältere

    Dating ab 50plus: Ihr seid über 50, Single und auf Partner:innensuche? Dann fragt ihr euch vielleicht, welche Möglichkeiten ihr habt, um euch ins Dating-Getümmel zu stürzen. Um ehrlich zu sein: Viele Wege führen nach Rom  – wenn ihr aktiv werdet! 


    Dating ab 50plus im echten Leben – seid aktiv!

    Ganz egal wie alt wir sind – über Hobbys, Sport, (Gruppen-)Reisen, Events (macht die Bars und Clubs unsicher!) und Ähnliches haben wir immer die Möglichkeit, neue Menschen und vielleicht auch eine neue Liebe zu finden. Das geht euch zu langsam oder es fällt euch schwer, in einer „Kumpelatmosphäre“ zu flirten? Dann probiert es doch mal mit Speeddating.

    Was ist Speeddating?

    Speeddating sind öffentlich arrangierte Events, bei denen ihr innerhalb von wenigen Minuten mehrere potenzielle Partner:innen kennenlernt. Dabei sitzt ihr an einem Tisch und unterhaltet euch mit der jeweiligen Person nur wenige Minuten. Danach wird der Tisch/Platz gewechselt und ihr lernt die nächste Person kennen. Am Ende könnt ihr euch entscheiden, wen ihr gerne wiedersehen möchtet. Natürlich muss das Interesse von beiden Seiten bestehen.

    Wo findet man Speeddating-Veranstaltungen?

    Am besten indem ihr im Internet nach Veranstaltungen in eurer Nähe sucht. 😉

    Zwei Beispiele:

    • Events von Speeddating XXL (50 bis 65 – da geht noch mehr, oder?!) oder ihr meldet euch für die Matching Nights (Ü40 – hier hoffen wir auch noch auf höhere Altersklassen) an.
    • Events ab 50plus von speeddating.de (50 bis 75 Jahre)

    3 Dating-Apps ab 50plus

    Machen wir uns nichts vor – das Leben wird immer schnelllebiger und es gar nicht so einfach, bei all den Verpflichtungen, gesundheitlichen oder finanziellen Einschränkungen im echten Leben zu flirten, daten und vielleicht sogar eine:n festen Partner:in zu finden. Aber keine Sorge. Dafür gibt es ja das Online-Dating beziehungsweise eine Masse an Online-Dating-Apps. Tinder, Bumble und Lovoo kennen die meisten von uns, aber tatsächlich sind dort bislang eher jüngere Menschen angemeldet. Ich persönlich gehe aber stark davon aus, dass sich aufgrund des demografischen Wandels und unserer wachsenden digitalen Affinitäten bald auch immer mehr Menschen ab 50plus dort anmelden. Parship ist eine weitere Plattform, die auch von älteren Menschen genutzt wird.

    Und Versuch macht ja bekanntlich klug – seid ihr also in euren 50ern/60ern oder sucht vielleicht sogar nach jüngeren Partner:innen, dann probiert es einfach aus und meldet euch an. Oder ihr probiert gleich die folgenden Dating-Apps aus, die speziell für Menschen ab 50plus entwickelt wurden.

    Für alle Dating-Apps gilt: Zwar könnt ihr euch bei allen Apps kostenlos ein Profil erstellen, allerdings bieten euch nur die Premium-Mitgliedschaften einen unbegrenzten Zugriff auf alle Funktionen. Testet am besten erstmal 1-2 Apps/Plattformen kostenfrei , vergleicht die Preise und entscheidet dann, welche euch am besten gefällt und schließt dann bei Bedarf ein Premium-Abo ab.

    1. Dating-App Zweisam bzw. zweisam.de

    Ihr könnt euch die Zweisam-App für iOS oder Android herunterladen oder euch auf zweisam.de über euren Computer/Laptop anmelden. Es soll keine Fake-Profile geben – ein Bild ist also ein Muss. Ohne Mitgliedschaft könnt ihr nur eine begrenzte Auswahl von Profilen ansehen.

    Android

    iOS

    2. Dating-App Zusammen.de

    Zusammen.de funktioniert ebenfalls als App für Smartphone und Tablet sowie über Desktop – also euren Computer oder euren Laptop. Für die Profilerstellung solltet ihr etwas Zeit einplanen. Nachdem ihr einige Male Nachrichten ausgetauscht habt und bevor ihr euch im echten Leben trefft, könnt ihr euch zuerst per Videoanruf kennenlernen. Letzteres geht allerdings nur mit Premium-Abo.

    Android

    iOS

    3. Dating-App Lebensfreunde.de

    Auch bei der Dating-App Lebensfreunde.de könnt ihr euch über euren Computer, Laptop, Tablet oder euer Smartphone registrieren. Hier könnt ihr nach Freundschaften sowie nach Dates Ausschau halten.

    Android

    iOS

    Freundschafts-Apps

    Ihr seid einsam, wünscht euch einfach mehr Zeit und Aktivitäten mit (gleichaltrigen) Menschen zu verbringen und wollt die Partner:innensuche ganz ungezwungen damit verbinden? Dann bieten sich reine Freundschafts-Apps wie Bumble For Friends oder Meet5 und die App und Veranstaltungen (in Hamburg) von Oll Inklusiv (ab 60plus) an. Bei Bumble nutzt ihr übrigens zum Daten und für den BFF Bereich die gleiche App und den gleichen Account – erstellt euch aber ein separates Profil.

    Partnerschaft ist nicht immer der Schlüssel zum Glück

    So unromantisch es klingt, aber fragt euch gerade nach einer Scheidung, Trennung oder nachdem ihr vielleicht über Jahre bis Jahrzehnte eure:n mittlerweile verstorbene:n Partner:in gepflegt, gearbeitet, den Haushalt geschmissen und eure eigenen Bedürfnisse vernachlässigt habt, welche Wünsche und Ziele ihr noch im Leben habt. Wartet nicht darauf, sie euch erst zu erfüllen, wenn ihr wieder in einer Beziehung seid. Vielleicht könnt ihr sie euch ohne Partner:in sogar besser erfüllen. Habt ihr euren neuen Herzensmenschen gefunden und passt er zu euren Ansprüchen und Werten, gebt eure Unabhängigkeit nicht auf und pflegt weiterhin eure Freundschaften und Hobbys. Es ist bitter, aber gerade auf Online-Plattformen treiben sich viele Heiratsschwindler:innen/Betrüger:innen herum. Hierbei kommt oft das sogenannte „Love Bombing“ ins Spiel – ihr werdet also buchstäblich zu Beginn, in Konfliktsituationen oder bei Trennungsabsichten mit Liebesbekundungen „bombadiert“ und manipuliert.🚩 Geht es daher langsam an und seid wachsam. Es passt plötzlich doch nicht mehr? Euer Crush hat eher nach einer Haushaltshilfe, privaten Pflegekraft oder einem „hübschen Accessoire“ an seiner („ihrer“ kommt halt eher weniger vor) Seite gesucht? Dann denkt bitte nicht: Hauptsache, ich bin im Alter nicht allein, sondern scheut euch nicht vor …

    „Beziehungsstatus: Die Route wird neu berechnet.“

     

    Noch mehr Tipps, um neue Leute kennenzulernen findet ihr in unserem Artikel „Mit diesen 8 Aktivitäten hat Einsamkeit im Alter keine Chance!

     

    Titelbild: © Adobe Stock – chika_milan

  • CityCaddy – Hackenporsche meets Rollator

    CityCaddy – Hackenporsche meets Rollator

    CityCaddy – Hackenporsche meets Rollator: Ihr sucht einen Einkaufs- und Reisetrolley, der euch gleichzeitig als Stütz-und Gehhilfe dient? Also etwas zwischen Hackenporsche und Rollator? Gibt es so was überhaupt und falls ja, klingt es dann zwar praktisch, aber auch nach … unästhetisch, oder? Dann kennt ihr den stylischen CityCaddy der Hamburger Produktdesignerin und Ü70-Gründerin Elke Jensen noch nicht!


    Als ich vor einigen Monaten zum ersten Mal einen Beitrag über Elke Jensen und den CityCaddy gelesen habe, war ich sofort begeistert! Endlich mal ein stylischer Alltagsbegleiter für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Natürlich geht es bei Hilfsmitteln vornehmlich um Funktionalität und Komfort. Aber es ist ja so: Je unästhetischer solche Hilfsmittel sind, desto weniger Freude bereiten sie uns und desto mehr empfinden wir unsere Einschränkungen als Last. Zeit, dass sich das ändert! Elke Jensen geht mit ihrem CityCaddy buchstäblich einen großen Schritt voran.

    CityCaddy – Einkaufstrolley trifft auf Rollator

    Der CityCaddy ist der Beweis, dass sich Funktionalität, Komfort und Design nicht ausschließen, sondern eine perfekte Einheit bilden können. Und ganz ’nebenbei‘ zeigt uns Elke Jensen, dass wir auch mit über 70 Jahren noch den mutigen Schritt in die Start-up-Welt wagen können. Erzähl uns doch bitte mehr, Elke Jensen.

    Wann und wie entstand die Idee zum CityCaddy und war dir gleich klar, dass du dafür ein Start-up gründen möchtest beziehungsweise musst?

    Elke Jensen: Mir war schon länger klar, dass mein Ruhestand kein ruhiger Zustand wird und sein soll. Dafür bin ich viel zu gern agil und unterwegs. Und da ich mein Leben lang beruflich selbstständig war, lag die Idee der Gründung eines Start-ups nahe. Die Idee zum CityCaddy als Produkt – bzw. sogar als eigene Produktkategorie – hatte ich schon länger im Kopf. Ich beobachte gern Menschen, Vorgänge und Begebenheiten, in der Stadt oder auf Reisen. Mir ist aufgefallen, dass sich viele ältere Menschen eine Stütze wünschen. Eine ältere Dame hatte sogar einen Kinderwagen „als Tarnung“, da sie keinen Rollator benutzen wollte. Er ist eine tolle und auch notwendige Erfindung, strahlt aber schnell Gebrechlichkeit aus. Ich wollte also etwas Eigenes, Schönes, Freude machendes realisieren und auf den Markt bringen. So nahm die Geschichte ihren Lauf. Nach fünf bis sechs Jahren Entwicklungszeit und intensiven Testphasen bin ich dann in Kontakt getreten mit potenziellen Herstellern und der KfW-Bank. Die Finanzierung habe ich letztendlich dann aber mithilfe von Family & Friends gestemmt.

    Was macht den City Caddy so besonders und für wen eignet er sich?

    Elke Jensen: Der CityCaddy ist wie ein Accessoire.

    Er definiert eine eigene Produktkategorie zwischen Rollator und Hackenporsche. Und er ist ein Lifestyleobjekt, das hohe Ästhetik besitzt, auch aufgrund der exklusiven und durablen Materialien. Darüber hinaus ist seine Funktion sowohl zum Schieben als auch zum Ziehen. Ersteres ist komfortabel, um Einkäufe zu transportieren, letzteres sehr angenehm beim Fortbewegen in Bus und Bahn und auf Stufen.

    Unsere Zielgruppe sind (bisher noch) in erster Linie vorwiegend ältere Seniorinnen. Und auch körperliche eingeschränkte Menschen, beispielsweise mit Parkinson oder MS, zählen zu unseren Käufer:innen.

    In wie vielen Ausführungen gibt es ihn derzeit und planst du weitere?

    Elke Jensen: Aktuell gibt es die beiden Modelle CC.PARIS (mit exklusiver Ledertasche) und CC.MAILAND (mit dem Shopper aus Waschpapier) in den drei Farben Orange, Blau und Beige. Und wir haben die Sonderkollektion CC.HAMBURG (mit einer Markttasche, die aus ausrangierten Riesenbannern genäht wird), sie ist in Kooperation mit dem Hamburger Label fyksin entstanden. Momentan arbeite ich an einer Version mit einem Aktenkoffer, da bin ich gerade am Skizzieren.

    Wo wird der CityCaddy produziert und welche Materialen verwendest du?

    CityCaddy-Produktdesignerin Elke Jensen
    Elke Jensen

    Elke Jensen: Der CityCaddy ist haltbar, reparabel und ressourcenbewusst, das war mir in verschiedener Hinsicht wichtig. Das Thema Nachhaltigkeit spielt somit eine große Rolle: So ist beispielsweise Leder ein sehr langlebiges Material. Und alle Einzelteile sind bei einem eventuellen Schaden relativ leicht zu ersetzen. Darüber hinaus kommen kaum Verbundteile und sehr wenig Kunststoff zum Einsatz. Gefertigt wird in Manufakturen in Deutschland – so entstehen nur kurze Transportwege – unter dem Aspekt von „slow production“: Wir setzen auf hohe Wertschätzung von Material und Arbeit. Der Herstellungsprozess und die präzise Fertigung umfassen Arbeit per Hand genauso wie vom Roboter. Und alle am Prozess Beteiligten sollen fair bezahlt werden. Qualität hat ihren Preis!

    Du präsentierst den CityCaddy auch auf Messen wie der BLICKFANG Designmesse. Waren die Initiator:innen gleich begeistert und welches Feedback hast du von Besucher:innen bekommen?

    Elke Jensen: Ja, wir stoßen auf sehr, sehr viel positives Feedback, das merken wir immer wieder, auch bei anderen Messen, Veranstaltungen und nach Veröffentlichungen. Wir hören sehr häufig, dass Senior:innen wieder gern draußen sind, da sie sich mit dem CityCaddy sicherer fühlen. Bei der BLICKFANG in Hamburg haben wir 2022 übrigens den Designpreis gewonnen, das war eine wunderbare Überraschung und Bestätigung.

    Glückwunsch zum Designpreiß! 👏

    Warst du zuvor schon mal Selbstständig oder Gründerin oder war es der Sprung ins kalte Wasser?

    Elke Jensen: Ich war in meinem Berufsleben sogar überwiegend selbständig tätig, hatte fast 19 Jahre lang eine eigene Galerie für Gegenwartskunst in Hamburg-Eppendorf, war Dozentin an der AMD Hamburg, Gründungsmitglied der Plattform Kulturwerk West e. V. und im Vorstand der internationalen Künstlerinnen – Stiftung Die Höge. Außerdem habe ich – im Verbund mit anderen Designer:innen – das Label To Som Kom gegründet. Ich habe viele berufliche Stationen durchlebt, ich war immer offen für Neues!

    Gründer:in zu sein ist immer mutig und mit vielen Risiken verbunden. Denkst du, dass es mit über 70 Jahren noch risikoreicher ist oder kann es sogar ein Vorteil sein?

    Elke Jensen: Ich denke, der Gründungsprozess an sich ist ein anderer. Bei der Bank wurde ich beispielsweise gefragt, ob ich eine jüngere Person mit im Boot hätte, um die Nachfolgeregelung sicherzustellen. Auf der einen Seite musste ich mich aufgrund meines Alters also mehr durchbeißen, auch bei Terminen mit Herstellern. Als Vorteil sehe ich wiederum eine große Portion Lebenserfahrung und auch mehr Gelassenheit als in jüngeren Jahren.

    Welche Botschaft möchtest du mit deinem Start-up und dem CityCaddy vermitteln?

    Elke Jensen: Mein Credo lautet: Auch im Alter lässt die Freude am Schönen nicht nach! Mit dem CityCaddy möchte ich diese Ansicht stützen und möglich machen.

    Als Produktdesignerin und Start-up-Gründerin bist du unweigerlich offen für Neues. Einige Menschen verlieren die Fähigkeit, je älter sie werden. Hast du einen Tipp, um dem vorzubeugen?

    Elke Jensen: Bleibt neugierig und interessiert Euch für die Dinge & Menschen um Euch herum. Und es hilft sehr, nicht zu sehr zu beurteilen. Wichtiger ist, gut für sich zu sorgen, sowohl körperlich als auch geistig.

    Was sind deine Energie- und Motivationsquellen?

    Elke Jensen: Oh, derer gibt es einige … Kunst und Kultur haben mich zum Beispiel immer inspiriert. Unterwegs sein, zu Fuß in der Stadt, bei Veranstaltungen und auf Reisen, bringt mir neue Eindrücke. Und der Austausch mit Menschen ist mir sehr wichtig. Gern ziehe ich mich aber auch einmal zurück und lese und mache Pilates.

    Was bereitet dir in puncto Älterwerden Sorgen?

    Elke Jensen: Aktuell kann ich (toi, toi, toi) sagen nichts! Ich hoffe, mein Verstand bleibt mir erhalten sowie ein gewisses Maß an Beweglichkeit. Meine beiden Großmütter sind weit über 90 Jahre alt geworden und haben immer in ihrem Haus gelebt, bis sie verstorben sind. Sie sind meine Vorbilder, und ich hoffe, dieses Glück ist mir auch hold bzw. vererbt worden.

    Wie möchtest du leben, wenn du medizinische und alltägliche Hilfe benötigst?

    Mein großer Wunsch ist, so lange wie möglich in meiner eigenen Wohnung bleiben zu können. Wenn nötig, dann vielleicht mit externer Unterstützung. Wie sich das genau gestaltet, kann ich heute noch gar nicht sagen. Vielleicht gibt es ja bis dahin auch noch neue Konzepte oder andere Begebenheiten.

    Wir danken dir für das Gespräch und wünschen dir weiterhin ganz viel Freude und Erfolg!

    Für alle NRWler:innen: Testet den CityCaddy vor Ort beim Pflegedienst Sensus in Oberhausen!

    Da wir so begeistert vom CityCaddy sind, könnt ihr ihn ab jetzt auch in Oberhausen NRW direkt im Büro des Pflegedienstes Sensus anschauen und eine Probefahrt machen. Hannelore und Team freuen sich auf euren Besuch und erklären euch, wie der stilvolle Flitzer funktioniert und wie ihr ihn bestellen könnt.

     

    Video: YouTube/CityCaddy

    Bilder: © CityCaddy/Enver Hirsch

    Unbezahlte Produktwerbung/unbezahltes Interview

  • Aromatherapie – mehr Wohlbefinden und Gesundheit durch ätherische Öle?

    Aromatherapie – mehr Wohlbefinden und Gesundheit durch ätherische Öle?

    Aromatherapie – ein Duft, der uns an unsere Kindheit erinnert, unseres Lieblingsessens, einer geschälten Mandarine oder Orange, das Aroma einer Blume oder des Waldes – habt ihr euch schon mal gefragt, wieso uns viele Düfte und Aromen beziehungsweise ätherische Öle positiv beeinflussen? Ganz einfach: Unser Geruchssinn hilft uns nicht nur dabei, zu schmecken, sondern auch dabei, unser Wohlbefinden zu steigern und sogar psychische und physische Erkrankungen vorzubeugen oder zu lindern. Deshalb wird die Aromatherapie/Aromapflege unter anderem auch in der Alten-, Gesundheits-, Kranken- und Palliativpflege ergänzend angewandt. Allerdings ist trotzdem Vorsicht geboten.


    Wie entstehen ätherische Öle?

    Pflanzen produzieren ätherische Öle, um Schädlinge und Keime abzuwehren. Sie stammen also aus der Natur und werden durch Wasserdampfdestillation aus der jeweiligen Pflanze gewonnen. Bei Zitrusfrüchten geschieht dies durch Kaltpressung.

    Wie genau wirken Aromen?

    Olfaktorisch

    Wir nehmen die jeweiligen Duftmoleküle über unsere Riechschleimhaut auf – sie wirken also olfaktorisch. Die Riechschleimhaut ist wiederum Teil unseres zentralen Nervensystems. Im limbischen System sorgen die Duftreize dann für die Ausschüttung von Neurotransmittern und Endorphinen wie zum Beispiel Serotonin und Dopamin, die unser Wohlbefinden steigern, unser Gedächtnis positiv beeinflussen, Schmerzen sowie Stress und Ängste (zum Beispiel bei Demenz wie Alzheimer) mindern und in Teilen den Heilungsprozess unterstützen können. Zwar ist dieser Effekt durch Studien und die klinische Praxis in Teilen belegt, allerdings weiß man immer noch nicht, welche Mechanismen auf molekularer Ebene genau dazu führen. Ganz wichtig: Besteht eine ernsthafte Erkrankung, kann die Aromatherapie eine schulmedizinische Behandlung nicht ersetzen, sondern nur ergänzen.

    Dermal oder oral

    Außerdem können die Inhaltsstoffe der ätherischen Öle genutzt werden, indem sie über die Haut oder oral eingenommen werden.

    Wie verwendet man ätherische Öle?

    Ätherische Öle gibt es unter anderem in Form von …

    • Raumdüften – in Duftlampe/Diffuser
    • Inhalationszusätze
    • Badezusätzen
    • Saunaaufgüssen
    • Massageölen (vermischt mit einem Trägeröl/einer Trägercreme)
    • Aromatherapie-Kerzen
    • Kompressen
    • Medikamenten
    • Kosmetik- und Körperpflegezusätzen (Duftspray, Mundspülung, Cremes etc.)
    • Lebensmittelzusätzen (nicht mehr als 1-2 Tropfen)

    Was sind die wirksamsten und beliebtesten Aromen?

    Wie bereits erwähnt, gibt es keine Garantie, dass Aromen die gewünschten Effekte erzielen. Hier gilt es also, sofern ihr ätherische Öle vertragt, diese in minimaler Dosierung auszuprobieren und auf die Signale eures Körpers und eurer Psyche zu achten. Die Auflistung dient zur groben Orientierung.

    Lavendel – entspannt, stärkt die Nerven, fördert erholsamen Schlaf, macht zuversichtlich, lindert Kopfschmerzen
    Zitrusfrüchte (Zitrone, Orange, Mandarine, Grapefruit) – beleben, erfrischen, motivieren, lindern Übelkeit

    Eukalyptus – erfrischt, belebt, wirkt luftreinigend und antiseptisch ( Erkältungen/Atemwegsinfekte)

    Rose – beruhigt, schafft warme Atmosphäre, wirkt gegen Gefühlsblockaden, Liebeskummer, krampflösend und hautregenerierend (lindert Hautkrankheiten/geeignet zur Narbenpflege)

    Rosmarin – belebt, motiviert, als Massageöl durchblutungsfördernd, lindert Erschöpfung und Kopfschmerzen

    Kamille – beruhigt, hemmt Entzündungen, löst Krämpfe, wirkt reizlindernd und keimwidrig

    Pfefferminz – erfrischt, befreit, stärkt Gedächtnis und Konzentration, wirkt gegen Erkältungen und Migräne

    Jasmin – lindert Stress, ermutigt/motiviert, wirkt stimmungsaufhellend/euphorisierend

    Bergamotte – erfrischt, entkrampft, beruhigt, entspannt, wirkt stimmungsaufhellend/angstlösend

    Melisse – stärkt, harmonisiert, beruhigt und belebt

    Teebaumöl – erfrischt, wirkt antibakteriell/antiviral/antimykotisch (wird zum Beispiel bei Hautunreinheiten, Erkältungen, Grippe, Fieber, Verdauungsproblemen und zur Mundpflege eingesetzt).

    Anis – beruhigt, entkrampft/entspannt (Magen-Darm-Beschwerden), wirkt verdauungs- und schleimfördernd sowie hustenstillend (Atemwegserkrankungen)

    Fichtennadel – befreit (Psyche und Nase), belebt, sorgt für Gelassenheit und löst Verspannungen

    Woran erkennt man hochwertige ätherische Öle?

    Kauft nur 100-prozentige ätherische Öle, da synthetisch hergestellte Aromen gesundheitsschädlich sein und beispielsweise Allergien auslösen können.

    Welche Risiken und Nebenwirkungen haben ätherische Öle?

    Grundlegend könnt ihr ätherische Öle sehr einfach zu Hause anwenden. Um Nebenwirkungen zu vermeiden, solltet ihr immer nur wenige Tropfen auf einmal verwenden. Beachtet die Angaben auf der Verpackung.

    Allergietest

    Bei einer bereits bestehenden Allergie auf das jeweilige Aroma solltet ihr dieses natürlich gar nicht erst anwenden. Seid ihr euch nicht sicher, empfiehlt sich vor der ersten Anwendung ein einfacher Allergietest: Gebt dazu einfach einen Tropfen des Aromas in eure Ellenbeuge und wartet ein paar Minuten. Reagiert euer Körper mit Juckreiz und/oder einem Hautausschlag oder Ähnlichem, solltet ihr das Öl nicht anwenden.

    Risikogruppen

    Bei schweren Erkrankungen und speziell bei Asthma und bei der Anwesenheit von Schwangeren, Babys und Kindern empfiehlt sich vor dem Gebrauch eine Abklärung mit Therapeut:innen/Ärzt:innen oder beispielsweise einer Hebamme. Bei Babys und Kleinkindern können bereits wenige Tropfen lebensbedrohlich sein, wenn sie in Mund oder Nase gelangen. Schwangere reagieren meist sehr sensibel auf Gerüche und sollten daher nur damit in Kontakt kommen, wenn sie den Duft (v)ertragen. Es leben Haustiere im Haushalt? Auch dann ist Vorsicht geboten, sofern die Öle stark phenol- und ketonhaltig sind. Sichert euch in diesem Fall vor der Anwendung tierärztlich ab, um die Gesundheit des Tieres nicht zu gefährden.

    Was ist Aromatherapie und wer bietet sie an?

    Die Aromatherapie zählt zu den alternativen Heilmethoden und ist ein Teilbereich der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde). Abgesehen davon, dass ihr euch die Aromen für den häuslichen Gebrauch selbst kaufen und anwenden könnt, wird die professionelle Aromatherapie von Ärzt:innen, Heilpaktiker:innen (Heilpraktikergesetz §1 Abs. 1 HeilprG), Psychotherapeut:innen und sogar Tierärzt:innen angeboten. Leider ist der Begriff Aromatherapeut:in gesetzlich nicht geschützt. Achtet daher bei der Wahl eurer Therapeut:innen unbedingt auf ausreichende medizinische und therapeutische Kenntnisse/Zertifikate.

    Wer zahlt die Kosten?

    Die Kosten für die Aromatherapie werden weder von den Kranken- noch von den Pflegekassen erstattet.

    Macht ein Ritual daraus

    Gerade wenn ihr oder eure Liebsten durch eine schwere Zeit gehen, gibt es nichts Wichtigeres, als das Wohlbefinden und die Gesundheit zu stärken. Die Aromatherapie kann dann dazu beitragen. Stellt ihr eine positive Wirkung fest, könnt ihr daraus ein regelmäßiges und entspannendes Ritual machen. Gerade am Abend vor dem Schlafengehen, bei akuten Infekten, in stressigen Phasen oder um positiv und gestärkt in den Tag zu starten.

    Statt ätherische Öle: Natürliche Gerüche im Alltag und in freier Natur

    Ätherische Öle sind nicht euer Ding oder ihr vertragt sie nicht? Dann achtet einfach mal ganz bewusst darauf, wie sich eure Emotionen verändern, wenn ihr an einer Blume riecht, einen Waldspaziergang macht, eine Orange oder Mandarine schält, den Duft von Zimt wahrnehmt oder euer Lieblingsessen esst. Es sind wie immer die kleinen Dinge, die einen großen Unterschied machen können. 🙂

    Ihr wollt noch mehr für euer Wohlbefinden tun? Dann probiert mal diese fünf sanften, aber effektiven Sportarten!

     

    Bild: © Adobe Stock – puhimec

  • Abenteuer Digitalisierung – so blickt ihr durch!

    Abenteuer Digitalisierung – so blickt ihr durch!

    Abenteuer Digitalisierung: Sprechende Computer, eBook Reader, Smartphones, die die Fernbedienung ersetzen, oder ganze Smart Homes, um die eigenen vier Wände noch sicherer und komfortabler zu machen und trotz Pflegebedürftigkeit so lange und eigenständig wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen zu können? Willkommen, im Zeitalter der Digitalisierung! Wie aber sollt ihr da überhaupt noch die Spreu vom Weizen trennen? Mit unserer Übersicht behaltet ihr den Durchblick!


    Heutzutage spielt sich ein Großteil unserer Tätigkeiten mithilfe digitaler Techniken ab. Die Vielzahl an Möglichkeiten kann jedoch schnell dazu führen, dass ihr den Überblick verliert und Zeit sowie Geld in Dinge investiert, die euch außer Frust und einem leeren Geldbeutel nichts bringen. Mithilfe unserer Übersicht könnt ihr euch auf die wesentlichen Bereiche der Digitalisierung konzentrieren und eine erste Auswahl treffen.

    Wie kann mir die Digitalisierung den Alltag erleichtern und bereichern?

    Diese Frage solltet ihr euch stellen, bevor ihr euch in bestimmte Techniken einarbeitet. Geht alle Bereiche in Ruhe durch und macht euch dann eine Liste mit Produkten, die euren Alltag sicherer und lebenswerter machen und über die ihr mehr erfahren wollt.

    Abenteuer Digitalisierung – Übersicht zu den wichtigsten Bereichen

    Technische Geräte (für Internet, Kommunikation etc.)

    Desktop-Computer und Laptop

    Seid ihr zu Hause häufig online und schreibt E-Mails oder möchtet die Bilder eures letzten Urlaubs anschauen und bearbeiten und macht ihr generell viel am Computer, ist ein großer Bildschirm die komfortabelste und augenfreundlichste Variante. Mit einem Laptop seid ihr dagegen mobiler als mit dem Desktop-Computer, der an einem festen Platz stehen muss.

    Tablet – ideal auf Reisen

    Ein Tablet ist der ideale Begleiter auf Reisen! Größer als ein Smartphone, aber nicht so groß wie ein Laptop. Perfekt, um es in den Rucksack packen und Wegekarten oder einen Stadtführer in digitaler Ausführung anzuschauen. Ihr habt am Abend Lust auf einen Film oder möchtet die Nachrichten sehen? Auch das klappt mit einem Tablet immer noch sehr gut! Übrigens gibt es auch spezielle Senior:innen-Tablets – dazu bald mehr.

    Smartphone für unterwegs

    Die Stunden der Telefonzelle sind längst gezählt, von daher ist ein Smartphone für alle Menschen – egal welchen Alters – nützlich, um unterwegs telefonieren zu können. Beispielsweise, weil ihr in Not seid, Hilfe benötigt, euch verspätet usw. Auch hier gibt es wieder spezielle Senior:innen-Smartphones.

    Vorteile des Internets in den Bereichen Kommunikation, Unterhaltung, Information und Online-Shopping

    Chats und Video-Chats

    Mit der Familie und Bekannten über klassische E-Mails hinaus auch per Bildschirm und Chat kommunizieren zu können, ist schon was Tolles! Lebt ihr beispielsweise weiter von eurer Familie entfernt, sind Fotos und Video-Chats eine sehr gute Möglichkeit, um euren Liebsten trotzdem nah zu sein.

    Online-Shopping

    • Waren online kaufen und Dienstleistungen buchen (z. B. um Qualität, Preise und Kundenbewertungen in Ruhe vergleichen zu können.)
    • Buchung von Reisen, Flügen und Bus- und Bahnfahrten – in Hamburg kann man z. B. Bus- und Bahntickets im Nahverkehr nur noch mit einer App oder am Fahrkartenautomat an den Bushaltestellen kaufen (doch nicht jede Haltestelle hat einen Automaten)

    Online-Plattformen für Dating, Freundschaften und Reisepartner:innen

    • eine:n Partner:in finden
    • auf Gleichgesinnte treffen/neue Freundschaften knüpfen
    • Reisepartner:innen finden

    Nachrichten und Wissen

    • News/Nachrichten
    • kostenlose Erklärvideos (auch Tutorials genannt) – beispielsweise auf YouTube, Instagram und TikTok
    • kostenlose Mediatheken (beispielsweise bei den Öffentlich-Rechtlichen-TV-Sendern wie ARD, ZDF und Arte)
    • informative und unterhaltsame Online-Magazine

    Unterhaltung

    • Social Media wie Instagram, Facebook, TikTok und Co. (hier könnt ihr eure eigenen Erinnerungen, Tipps und Erfahrungen teilen, mit anderen Accounts interagieren, News-Seiten wie der tagesschau und ZDFheute folgen, neue Restaurants, Cafés, Rezepte, Shopping-/Sport-Tipps und Gesundheitstipps etc. aufspüren usw.)
    • Computerspiele – trainieren euer Gedächtnis
    • Filme, Musik, Podcasts und Hörspiele – mit (kostenpflichtigen) Plattformen wie Netflix, Amazon Prime oder Spotify

    eBook Reader

    Mit einem eBook Reader, der ungefähr die Größe eines Tablets hat, könnt ihr Bücher digital kaufen und lesen und erspart euch damit gerade unterwegs die Schlepperei von Büchern. E-Reader sind natürlich Geschmackssache – Menschen, die gerne Bücher lesen, bevorzugen es meist, ein echtes Buch in der Hand zu halten. Dennoch kann ein eBook Reader gerade für unterwegs, wenn ihr zu Hause wenig Platz  oder Probleme habt, ein Buch länger zu halten, die Schrift zu lesen oder die Seiten umzublättern, eine super Alternative sein.

    Weitere Vorteile des Internets

    • Infos zu Ticketpreisen und Öffnungszeiten
    • Taxifahrten buchen
    • digitale Tickets
    • Navigationssystem – auch wenn ihr mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Rollator/Rollstuhl unterwegs seid
    • digitale Speisekarten (ihr könnt also vor dem Restaurantbesuch checken, ob euch das Essen zusagt)
    • Restaurantbewertungen und Bilder der Gerichte und des Ambientes
    • Tischreservierungen

    Digitalisierung im Gesundheitssektor

    • Elektronische Patientenakte – digitale Sammlung von Patienteninfos zu bisherigen Behandlungen, Röntgenbilder, OP-Berichte, Impfungen, etc.
    • Rechnungs-Apps – anstatt per Post könnt ihr Rechnungen und Co. bei vielen Versicherungen als Foto-Scans über eine Smartphone-App hochladen und versenden. Ihr seht sogar, ob euer Anliegen bearbeitet wird und erspart euch somit den Weg zur Post, Telefonate (endlose Warteschleifen …) usw.
    • Fitnesstracker – wie eine Armbanduhr zu tragen – kann zum Beispiel eure Herzfrequenz messen und eure Schritte während des Laufens zählen.
    • Smarte Pflegegeräte – z. B. für die ambulante Pflege bzw. ambulante Pflegedienste wie den Pflegedienst Sensus

    Digitalisierung zu Hause mit Smart Home

    In einer Studie aus dem Jahr 2017 gaben 69,42 Prozent der Befragten an, dass sie solange wie möglich in deinen eigenen vier Wänden leben möchten. Das ist nicht nur günstiger, sondern vor allem schöner. Die sogenannte Smart-Home-Technik – auch Ambient Assisted Living (AAL) genannt – ist genau dabei behilflich. Durch den Einsatz spezieller Techniken wird unser Alltag noch sicherer und komfortabler und bietet uns somit die Möglichkeit, so lange wie möglich eigenständig leben und aktiv sein zu können. Der Großteil der Befragten ist deshalb überzeugt, dass ihnen die Digitalisierung ihren Alltag erleichtern kann. Bis zu 100 Euro monatlich würden sie in Techniken des ‘Intelligenten Wohnens’ investieren.

    Die wichtigsten Smart-Home-Funktionen

    • Erweiterter Hausnotruf/mobiler Notruf
    • Anwesenheitssimulationen (schrecken Einbrecher ab)
    • Alarmanlagen und Sturzsensoren
    • Smart TV mit Internetzugang
    • intelligente Steckdosen (von überall aus ausschaltbar)
    • automatische Steuerung der Heizung
    • Steuerung von Rollläden und Licht
    • höhenverstellbare Küchenschränke, Arbeitsplatten und Gardinenstangen
    • Kühlschrank-App
    • Saugroboter
    • Kochautomaten
    • Gartenroboter

    Noch mehr Infos und Tipps zum Thema Smart Home für Senior:innen.

    Sicherheit und Datenschutz

    Für alle Geräte aber auch Apps und Co. empfehlen wir euch immer eine intensive Einweisung. Dies gilt vor allem für die Beratung und Nutzung von Smart-Home-Technik, Online-Banking und -Shopping. Generell sind Datenschutz und Schutz vor Betrug bei der Fülle digitaler Technologien heutzutage extrem wichtig, um sich nicht übers Ohr hauen zu lassen oder gar (digital) ausspioniert (engl. gehackt) und erpresst zu werden. Natürlich könnt ihr euch dazu von erfahrenen Personen in eurem Umfeld beraten lassen. Zudem gibt es aber mittlerweile auch immer mehr Kurse vor Ort und online, in denen ihr die wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen lernt, um beispielsweise sicher im Netz zu surfen und euch vor Betrug zu schützen, zum Thema KI (Künstliche Intelligenz wie ChatGPT) zu informieren und Ähnliches. Unser Tipp: Lasst euch davon nicht abschrecken, denn auch wenn man heutzutage immer mehr Vorkehrungen treffen muss, bietet euch die Digitalisierung im Alter viele Vorteile.

    Dieser Beitrag dient euch als erste Übersicht. Bald gehen wir auf bestimmte Produkte, digitale Anwendungen und Workshops noch mal separat ein.

     

    Titelbild: © Adobe Stock – Seventyfour