Kategorie: Gesundheit

  • Longevity und Biohacking – Das Geschäft mit dem langen Leben

    Longevity und Biohacking – Das Geschäft mit dem langen Leben

    Die meisten von uns wünschen sich gesund zu altern. Genau hier setzen zwei Begriffe an, die in den letzten Jahren stark an Aufmerksamkeit gewonnen haben: Longevity und Biohacking. Wir verraten euch, was sich dahinter verbirgt und welche Biohacking-Tools derzeit regelrecht gehyped werden und warum.


    Ein gesunder und aktiver Lebensstil sowie eine stetig verbesserte medizinische Versorgung können uns mehr gesunde und lebenswerte Jahre, mehr Leistungsfähigkeit im Alltag und einen bewussteren Umgang mit unserem wertvollsten Gut, unserem Körper, ermöglichen. Longevity und Biohacking gehen noch einen Schritt weiter – sie setzen auf Prävention, die klassische Vorsorgeuntersuchungen und Sport- und Entspannungskurse noch mal toppen. Sinnvoll oder überteuerte Selbstoptimierung?

    Was ist Longevity?

    Longevity kommt aus dem Englischen und bedeutet „Langlebigkeit“, bezeichnet die wissenschaftliche Erforschung von Methoden, das Leben zu verlängern und gleichzeitig die Lebensqualität im Alter zu erhalten – auch regenerative Medizin genannt.

    Die Idee, das Altern zu verstehen und gezielt zu beeinflussen, ist schon lange ein Thema der Forschung. Bereits im 20. Jahrhundert begannen Wissenschaftler:innen, die biologischen Prozesse hinter dem Altern systematisch zu untersuchen. Ein prominenter Vertreter dieser Forschung ist der Engländer Aubrey de Grey. Er ist Mitbegründer der SENS Research Foundation, einer Non-Profit-Organisation im Silicon Valley, die Strategien entwickelt, um im Laufe des Lebens entstandene körperliche Schäden zu reparieren. Nach einer Fusion Ende 2024 nennt es sich nun Lifespan Research Institute. De Grey ist eine zentrale Figur der Longevity-Community und bezeichnet sich selbst als ihren „geistigen Führer“. Er vertritt die Auffassung, dass Altern als behandelbare Krankheit betrachtet werden kann. In Deutschland gilt der Biohacker Andreas Breitfeld als Longevity-Ass, über den ihr in der Arte-Doku „Unhappy“ mit der Autorin Ronja von Rönne mehr erfahren könnt.

    Für ihn ist Altern vor allem eine Frage der Mechanik, nicht der Biologie:

    Aubrey de Grey: „Wir altern, weil wir Maschinen mit beweglichen Teilen sind.“

    Die Forschung konzentriert sich dabei unter anderem auf

    • Zellalterung und Entzündungsprozesse, die mit chronischen Erkrankungen in Verbindung stehen
    • Mitochondrienfunktion – die Energieversorgung der Zellen
    • Epigenetik – die Frage, wie Lebensstilfaktoren beeinflussen, welche Gene aktiv sind
    • Prävention durch Lebensstil, insbesondere Bewegung, Ernährung, Schlaf und Stressregulation
    • medizinische Innovationen/regenerative Ansätze, wie z. B. Stammzellforschung, Peptidtherapien oder Gentherapie (aktuell überwiegend experimentell, hochpreisig und meist nur in spezialisierten Kliniken oder Studien verfügbar)
    • Darmmikrobiom – die Gesamtheit der Darmbakterien, die über die Darm-Hirn-Achse („zweites Gehirn“) Entzündungen, Immunsystem, Stoffwechsel und sogar kognitive Prozesse beeinflussen und damit als relevanter Faktor für gesundes Altern gelten.

    Für Menschen ab 50 ist das besonders relevant: Viele altersassoziierte Veränderungen beginnen lange bevor Symptome auftreten – und genau hier setzt Prävention an.

    Was ist Biohacking?

    Biohacking ist der praktische Teil der Longevity-Idee. Gemeint sind Methoden und Tools, mit denen Menschen ihren Körper systematisch beobachten und gezielt beeinflussen – oft datenbasiert, manchmal experimentell. Manche Biohacking-Ansätze sind alltagstauglich und niedrigschwellig, andere technisch aufwendiger und kostspieliger.

    Biohacking-Tools: Von Wearables bis Hightech-Therapie

    Ernährung und Ernährungsumstellung

    Mediterrane Ernährung, Intervallfasten, pflanzenbasierte Kost, Reduktion von Zucker/Verarbeitetem mit dem Ziel, die Zellgesundheit zu fördern, Entzündungsreduktionen zu reduzieren und die Blutwerte zu stabilisieren.

    Nahrungsergänzungsmittel (NEM/Supplements) und Infusionen

    NEM wie Omega-3, NAD+, Vitamin D, Coenzym Q10, Antioxidantien, Aminosäuren, Probiotika usw. Ganz wichtig: Klärt vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln und Infusionen ärztlich ab, ob euer Körper die jeweiligen Stoffe wirklich benötigt. Meist müsst ihr diese Blut-, Urin- oder Stuhltests selbst bezahlen. So sollten manche Werte zum Beispiel nur im Serum anstatt im Vollblut gemessen werden.  Auch die Qualität der Supplements ist entscheidend. So enthalten beispielsweise viele Apothekenprodukte Stoffe wie Titandioxid und Talkum, die beide in Verdacht stehen, krebserregend und erbgutschädigend zu sein. Haltet euch zudem unbedingt an die Dosierungsangaben (eine Überdosierung kann schädlich sein) und beachtet individuelle Risiken, wie Kontraindikationen und Wechselwirkungen mit anderen NEM oder Medikamenten.

    Studienbeleg: Die DO‑HEALTH‑Analyse zu Omega‑3, Vitamin D und Bewegung bei Menschen ab 70 zeigt, dass eine tägliche Omega‑3‑Gabe über drei Jahre die epigenetischen Alterungs‑Marker im Schnitt um 2,9 bis 3,8 Monate verlangsamt hat. Eine Kombination aus Omega‑3, Vitamin D und regelmäßiger Bewegung zeigte sogar additive Vorteile hinsichtlich biologischem Alter.

    Smartwatch (z. B. Apple Watch, Garmin, Fitbit)

    Smartwatches wie die Apple Watch oder Garmin messen unter anderem Herzfrequenz, Schlafdauer, Bewegung, Aktivitätslevel und, je nach Modell, auch Herzfrequenzvariabilität (HRV). Sie unterstützen dabei, Alltagsbewegung, Erholung und Belastung besser einzuschätzen und Gesundheitsverhalten langfristig zu steuern.

    Studienbeleg: Eine systematische Übersichtsarbeit zeigt, dass Wearables wie Smartwatches die tägliche Schrittzahl und körperliche Aktivität messbar erhöhen können – insbesondere bei Erwachsenen und älteren Menschen.

    Oura Ring

    Der smarte Oura Ring zur Messung von Schlafqualität, HRV, Körpertemperatur und Aktivität. Besonders beliebt, weil er unauffällig und stylisch ist und gute Einblicke in Regeneration liefert.

    Herzfrequenzvariabilität (HRV) und Schlaf

    Gelten als wichtige Marker für Stress, Erholung und altersrelevante Gesundheitsprozesse; systematische Übersichten unterstreichen ihre prognostische Bedeutung.

    WHOOP Strap

    Das Wearable WHOOP Strap mit Fokus auf Belastung, Erholung und Schlaf, ohne Display, dafür mit detaillierten Analysen und Trainings-Empfehlungen.

    Muse Headband

    Das Neurofeedback-Headband Muse, das Gehirnwellen misst und Meditation sowie Stressmanagement unterstützt – interessant für mentale Gesundheit und Konzentration.

    Brain.fm oder Calm

    Apps wie Calm und Brain.fm mit speziell entwickelter Musik zur Förderung von Fokus, Entspannung oder Schlaf. Gedacht für Menschen, die Meditation lieber geführt über Klang erleben.

    Breathwork/Atemtechniken

    Auch Breathwork ist neben Yoga, achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction – MBSR) wie dem Bodyscan und Meditation zum Hype avanciert. Gezieltes, bewusstes Atmen (z. B. Box-Breathing, Wim Hof Methode, zirkuläres Atemtraining) kann Stress reduzieren, die Herzfrequenzvariabilität verbessern und die mentale Klarheit fördern.

    Studienbeleg: Die Forschung zeigt, dass kontrolliertes Atemtraining die Parasympathikusaktivität stärkt, Stresshormone reduziert und die Erholung unterstützt.

    Kälte-, Wärme- und Lichttherapie

    Sauna, Kälteanwendungen wie Kältekammer, Eisbaden/Kaltwasserimmersionstherapie sowie Rotlicht/Infrarotsauna werden genutzt, um Durchblutung, Regeneration und Entzündungsprozesse zu beeinflussen. Besonders für regelmäßige Saunagänge gibt es robuste Langzeitdaten: Eine große finnische Kohortenstudie zeigte eine signifikant reduzierte kardiovaskuläre Mortalität bei häufiger Saunanutzung.

    IHHT – Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie

    Bei der IHHT atmen Anwender:innen über eine Maske abwechselnd sauerstoffarme und sauerstoffreiche Luft. Ziel ist es, wie etwa beim Höhentraining, Anpassungsprozesse auf Zellebene anzuregen. Klinische Studien zeigen in Teilen positive Effekte in bestimmten medizinischen Kontexten, etwa bei mitochondrialer und kardiologischer Rehabilitation/Energieproduktion bei Vorerkrankungen wie Post COVID, Post VAC oder ME/cfs.

    Für gesunde Menschen ohne Vorerkrankungen ist die Datenlage jedoch noch uneinheitlich. Dafür ist sie bei ihnen besser verträglich, da IHHT anstrengend bis zu anstrengend für Menschen mit Vorerkrankungen wie ME/cfs sein kann. IHHT wird überwiegend in spezialisierten Privatpraxen angeboten und ist mit hohen Kosten verbunden; eine Kostenübernahme durch Krankenkassen ist selten. Zudem gibt es auch sehr teure Geräte für den Hausgebrauch, die mittlerweile auch gemietet werden können. Eine ärztliche Begleitung ist allerdings immer ratsam.

    Biohacking-Zentren/-Retreats

    Ergänzend dazu entstehen weltweit immer mehr spezialisierte Biohacking-Zentren und Retreats. Dort werden Komplettpakete angeboten, die von MRT-Ganzkörper-Scans (z. B. YEARS) über genetische Analysen bis hin zu Infusionen, Kälte- und Sauerstofftherapien sowie personalisierten Ernährungs- und Trainingsprogrammen reichen. Diese Angebote richten sich vor allem wieder an eine zahlungskräftige Zielgruppe und bewegen sich häufig im vier- bis fünfstelligen Kostenbereich.

    Für alle Biohacking-Tolls gilt: Besprecht eure Vorhaben und Behandlungen mit den Ärzt:innen eures Vertrauens, bevor ihr startet, um eurer Gesundheit und eurem Geldbeutel nicht zu schaden.

    Longevity und Biohacking – gesunde Langlebigkeit den Reichen?

    So groß das Interesse an gesundem Altern ist: Ein nüchterner Blick gehört dazu. Viele Longevity- und Biohacking-Angebote sind hochpreisig. Komplettpakete, Wearables, App-Abos, hochwertige Nahrungsergänzungsmittel, Diagnostik, spezialisierte Therapien oder Anwendungen wie IHHT können sich schnell zu erheblichen jährlichen Kosten summieren.

    Gerade weil ein Großteil dieser Leistungen privat finanziert werden muss und nicht Teil der Regelversorgung ist. Kritiker:innen weisen deshalb darauf hin, dass Longevity und Biohacking vor allem ein Lifestyle-Thema für finanzstarke Zielgruppen ist – statt ein breiter Präventionsansatz.

    Auch wissenschaftlich gilt: Nicht jede Methode ist gleich gut belegt. Viele Effekte sind kontextabhängig, individuell unterschiedlich oder bislang nur in spezifischen medizinischen Settings untersucht. Biohacking kann unterstützen, ersetzt aber keine bewährten Grundlagen, die in Teilen ja sogar dazu zählen wie regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, erholsamer Schlaf, soziale Einbindung – 8 Aktivitäten gegen Einsamkeit im Alter – und medizinische Vorsorge.

    Longevity und Biohacking bieten dennoch spannende Perspektiven für gesundes Altern. Sie liefern Werkzeuge, Daten und neue Denkansätze. Gleichzeitig sind sie kein Muss, kein Garant und oft kein günstigerer Weg.

    Und zu guter Letzt: Gesund altern heißt nicht, alles unentwegt zu optimieren, denn was haben wir von einem längeren Leben, wenn wir dadurch vergessen, zu leben?

     

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  • 8 Podcasts für Best Ager: Wechseljahre, Ageism, Longevity und Co.

    8 Podcasts für Best Ager: Wechseljahre, Ageism, Longevity und Co.

    Podcasts gibt’s wie Sand am Meer, aber wovon es gern noch mehr geben darf: Podcasts für Best Ager, die informativ und unterhaltsam sind, Lust aufs Leben machen, Generationen verbinden und unseren Horizont erweitern! Eine kleine Auswahl gibt es immerhin schon. Acht stellen wir euch heute vor. Also Lauscher gespitzt oder Hörgeräte gut eingestellt, Beine hochgelegt und eingetaucht ins Age-Audioversum.


    Laut Statista/Bitkom hörten 2024 etwa 50 Prozent der Befragten zwischen 50 und 64 Jahren und etwa 35 Prozent der Befragten ab 65 Jahren Podcasts. Je älter wir sind, desto geringer ist die Bekanntheit von Podcasts. Das ändern wir hiermit! 🙂

    Was ist ein Podcast?

    Bei einem Podcast handelt es sich um Audiobeiträge (immer öfter auch Videobeiträge), die ihr zeitunabhängig über das Internet (z. B. Musikstreaming-Dienste wie Spotify, kostenlosen Mediatheken/Audiotheken, Webseiten sowie Podcast-Apps) anhören könnt. Also quasi eine Radio-Serie zu einem bestimmten Thema mit Moderator:innen und meist wechselnden Interviewgäst:innen, die ihr über jedes digitale Endgerät ohne nerviges Rauschen oder komplizierte Sendersuche und zu jeder Zeit und an jedem Ort anhören könnt. Natürlich gibt es eine Vielzahl an altersunabhängigen Podcasts in den Bereichen Nachrichten/Politik, True Crime, Comedy, Gesundheit, Wissenschaft, Gesellschaft, Kultur usw.

    Wenn es aber um spezielle Themen wie Leben und Gesundheit im Alter, Wechseljahre und Longevity/Biohacking geht, leg ich euch folgende Podcasts ans Herz.

    8 Podcasts für Best Ager

    – und die, die es werden wollen!

    1. Hormongesteuert – Der Wechseljahre-Podcast mit Dr. Katrin Schaudig

    Wenn es um die Wechseljahre geht, kommt mir sofort Dr. Katrin Schaudig in den Sinn. „Hormongesteuert – Der Wechseljahre-Podcast mit Dr. Katrin Schaudig“ widmet sich natürlich den medizinischen Aspekten und versorgt euch mit essenziellen Infos und Tipps. Auch macht Dr. Schaudig deutlich, dass jede Frau die Wechseljahre komplett individuell durchlebt und greift deshalb eine Vielzahl an Themen auf wie …

    • Fehldiagnosen und Unwissenheit
    • Hormonersatztherapie (die Angst davor und wie geht es weiter, wenn sie nicht wirkt?)
    • Hitzewallungen
    • Schlafstörungen
    • Inkontinenz
    • Scheidentrockenheit
    • Sexleben
    • Herzrasen/Herzstolpern
    • Wechseljahre nach Brustkrebs
    • Wechseljahre mit Endometriose
    • vorzeitige Wechseljahre

    Podcast-Link: Hormongesteuert – Der Wechseljahre-Podcast mit Dr. Katrin Schaudig

    2. Gelassen älter werden

    In dem Podcast „Gelassen älter werden“ behandeln Bertram Kasper und Catharina Maria Klein alltägliche Themen, die Menschen in der dritten Lebensphase beschäftigen. Mit ihren Gäst:innen sprechen sie z. B. einfühlsam über …

    • Altersdiskriminierung (Ageism/Ageismus)
    • KI (künstliche Intelligenz)
    • Traumverwirklichungsgeschichten von Menschen über 60
    • Altersarmut
    • Demenz
    • Freundschaften im Alter und zwischen Alt & Jung
    • Politik
    • Sexualität
    • Arbeit mit über 70
    • Sterben

    Podcast-Link: Gelassen älter werden

    3. 50 über 50 – Gesund und entspannt älter werden

    Viele von euch kennen sie bereits: Stephanie Hielscher ist freie Journalistin und Autorin des Buches „So alt war ich noch nie“ und die Stimme des Podcasts „50 über 50 – Gesund und entspannt älter werden“. Darin teilt sie persönliche Erfahrungen und führt Gespräche mit Gästinnen wie der Gründerin Mitra Kassai von Oll Inclusiv, der Hautpflegemarke-Gründerin Susanne Kaufmann, Moderatorin Susann Atwell uvm.

    Die Themen:

    • Gesundheit
    • Stärkung von Frauen
    • Einsamkeit im Alter
    • Veränderungen
    • Sexualität
    • Altern und Schönheit
    • Menopause

    Podcast-Link: 50 über 50 – Gesund und entspannt älter werden

    4. War’s das

    In der deutschen Filmlandschaft kommen wir an der Schauspielerin und Kabarettistin Maren Kroymann nicht vorbei. Ich kenne und liebe sie seit meiner Kindheit und ziehe den Hut vor ihrem gesellschaftlichen und politischen Einsatz. In ihrem Bremen-Zwei-Podcast „War’s das“ spricht sie mit Frauen über 50 über …

    • Sichtbarkeit von Frauen
    • Finanzen im Alter
    • Diskriminierung
    • Krankheiten im Alter
    • stilvolles und selbstbewusstes Altern
    • Altern in der Öffentlichkeit

    Podcast-Link: War’s das

    5. Mit den Waffeln einer Frau

    Barbara Schöneberger müssen wir euch natürlich nicht mehr vorstellen. In ihrem Podcast „Mit den Waffeln einer Frau“ geht es tatsächlich um Waffeln, aber nicht nur. Denn sie ist schlau und nutzt Ihre Backkünste, um ihren Gäst:innen aus Musik, Fernsehen, Sport und Showbiz auf den Zahn zu fühlen. Kein expliziter Podcast übers Altern, aber mit Gäst:innen wie Heiner Lauterbach kommen dann doch auch mal Themen wie Rentnerrabatte zur Sprache und Dinge wie …

    • Botox und Sex mit Janine Kunze
    • Männer mit Bettina Zimmermann
    • Oasis-Tickets mit Benjamin von Stuckrad-Barre
    • Lieder mit Olli Schulz
    • nackte Ski-Lehrer, Paparazzi und Selbstzweifel mit Michelle Hunziker

    Podcast-Link: Mit den Waffeln einer Frau

    6. Lifestyle of Longevity

    Welches Thema begegnet uns seit Monaten in den sozialen Netzwerken zuhauf? Longevity (Langlebigkeit)! Und genau darum geht’s in dem Podcast „Lifestyle of Longevity“ mit Dr. Kati Ernst und Kristine Zeller, die nun ihre über Jahre gesammelten Erfahrungen und Erkenntnisse mit uns teilen. Sie sprechen u.a. über …

    • Sport
    • Trends wie Reformer Pilates, Mouthtaping, Aroma Therapie, Biohacker Bryan Johnson
    • Snacks
    • Sex
    • Darm (Mikrobiom)
    • Supplements und Ernährung
    • Stressreduktion & Entspannung

    Podcast-Link: Lifestyle of Longevity

    7. Chronisch gut – Der Podcast über chronische Krankheiten

    In „Chronisch gut – Der Podcast über chronische Krankheiten“ gibt Helene Anschütz, die selbst unter der chronischen Erkrankung Morbus Bechterew leidet, chronischen Erkrankungen eine Stimme. Gemeinsam mit Expert:innen wie Dr. Julia Fischer und Erkrankten – die häufig auch Expert:innen sein müssen, um überhaupt eine Diagnose und medizinische Hilfe zu bekommen – klärt sie über chronische Erkrankungen, den Alltag und die Herausforderungen damit auf.

    Gesprochen wird u.a. über:

    • PCOS und generell Gendermedizin/Frauengesundheit/Feminismus
    • Medfluencer, Gurus und Gesundheitsmythen
    • Krebs
    • Psoriasis Vulgaris
    • Politik und chronische Erkrankungen
    • Sarkoidose (Morbus Boeck)

    Podcast-Link: Chronisch gut – Der Podcast über chronische Krankheiten

    8. Old and Gold

    In dem Podcast Old an Gold spricht Lisa Lauter nicht über, sondern mit älteren Menschen. Dazu fährt sie durch ganz Deutschland, besucht Senior:innen zu Hause und in Pflegeeinrichtungen und lässt sie ihre Geschichten erzählen. Ein Generationen-Podcast, der zum Austausch anregt, denn: Erfahrungen älterer Menschen sind goldwert. Freut euch auf Geschichten über …

    • Neugierde und Lebensfreude im Alter
    • Liebeskummer und Kompromisse in Beziehungen
    • Trauer
    • Tapferkeit
    • Mut
    • Freundschaft
    • Einsamkeit

    Podcast-Link: Old an Gold – Goldwerte Geschichten über das Leben

    Ihr habt Fragen zur ambulanten Pflege und sucht einen Pflegedienst in Oberhausen NRW oder naher Umgebung? Dann braucht ihr keinen Podcast, sondern Hanne und Hans und unseren Pflegedienst Sensus! 😉

     

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  • Würdevolle Pflegehilfsmittel von finally – den Tagen mehr Leben geben

    Würdevolle Pflegehilfsmittel von finally – den Tagen mehr Leben geben

    Würdevolle Pflegehilfsmittel von finally: Seit meiner Kindheit bekomme ich durch die Arbeit und den ambulanten Pflegedienst meiner Mutter einen Einblick in die Pflegearbeit. Damals wie heute habe ich mir die Frage gestellt, wieso Produkte für Alten- und Krankenpflege neben der Funktionalität eigentlich nur eins im Sinn zu haben scheinen: dass Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit abseits vom individuellen Leben stattfinden. Doch Älterwerden, Erkrankungen und das Sterben sind nun mal Teil des Lebens. Laut Destatis waren im Dezember 2023 im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI) etwa 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig.* Wieso sind es dann immer noch Tabus? Natürlich weil wir unsere Endlichkeit lieber verdrängen. Vielleicht aber auch aufgrund einer stigmatisierenden Produktpalette im mausgrauen und krankenhausweißen Gewand. Funktional, steril und einheitlich scheint der Design-Konsens zu lauten. Die Diplom-Produktdesignerin und Trendexpertin Bitten Stetter aus Zürich geht neue Wege und entwirft deshalb seit 2021 unter ihrem Label finally. würdevolle Pflegehilfsmittel wie Ess- und Trinkgeschirr, Greifobjekte, Pillendosen, Kommunikationstools, Kleidung und Zubehör fürs Krankenbett.


    Nachdem ich durch Zufall vor einigen Monaten den CityCaddy entdeckt habe, fragte ich meine Mutter, welches Pflegehilfsmittel wohl dringend ein Update benötigt. Ihre Antwort: „Urinbehälter für Männer“. Natürlich begann ich erstmal mit der Recherche. Gibt es wirklich noch nichts auf dem Markt? An den Schaufenstern klassischer Sanitätshäuser gehe ich nach wie vor schnellen Schrittes vorbei. Dann schaute ich mir die Aussteller:innen einer Pflegemesse an, die die neuesten Trends am Pflegehimmel präsentierte und fand … auch nichts.

    Den Tagen mehr Leben geben – finally.

    Sollten wir nicht gerade aufgrund von Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit nicht nur unseren Blick auf die Funktionalität richten, sondern ebenfalls darauf, dass uns das Produktdesign anspricht? Es geht ja hierbei nicht um impulsartigen und unnützen Konsum, sondern um Dinge, auf die wir in den fragilsten Phasen unseres Lebens eine Weile oder bis zu unserem Tod angewiesen sind. Dinge, mit denen und durch die wir würdevoll und individuell leben – uns lebendiger und respektiert fühlen. Die gute Nachricht: Ich sehe Licht am Ende des tristen Krankenhausflurs! Dank der ästhetischen Pflegehilfsmittel von finally!

    Mehr Infos erfahrt ihr von der Diplom-Produktdesignerin, Trendexpertin Bitten Stetter in unserem Interview, die als Professorin für Trends & Identity an der der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) zu Design, Lebensstilen und Wandel forscht.

    Pflegehilfsmittel finally
    Bitten Stetter

    Was war der Auslöser für die Gründung von finally?

    Bitten Stetter: Der Auslöser für die Gründung von finally. waren sehr persönliche Erfahrungen. Als Angehörige eines chronisch krebserkrankten und im Verlauf sterbenden Menschen habe ich hautnah miterlebt, wie wenig wir der Lebensreise, in der wir meist einen Prozess von gesund zu fragil erleben, eine wertschätzende Aufmerksamkeit widmen. Der Gestaltung der Gesundheitsreise wie auch letzten Lebensphase kommt wenig gestalterische Auseinandersetzung zu teil. Während es für jede andere Phase von der Geburt über Kindheit und Jugend bis ins hohe Alter unzählige durchdachte Produkte gibt, bleibt vor allem das Sterben von einer trostlosen und funktionalen Ästhetik geprägt.

    Ich war fassungslos, wie wenig würdevolle Dinge für Menschen, die ihre letzten Lebensphasen antreten, existieren. Statt durchdachter Pflegeprodukte fand ich billige Plastikbecher, uniforme Pflegekleidung und sterile, abweisende Umgebungen. Als Designerin und Trendforscherin konnte ich nicht akzeptieren, dass in einer Welt, in der Design jede Facette unseres Lebens beeinflusst, Fragilität und Endlichkeit so wenig Beachtung finden.

    Aus dieser Erfahrung heraus entstand finally. Unser Ziel ist es, das Leben als Prozess durch gesunde und fragile Phasen neu zu denken. Mit Produkten, die nicht nur funktional, sondern auch sinnlich, ästhetisch und würdevoll sind und damit nicht nur den fragilen Menschen Unterstützung geben, sondern auch den Zu- und Angehörigen wie auch den professionellen Pflegenden. Denn Design hat die Kraft, nicht nur das Leben, sondern auch das Lebensende menschlicher zu gestalten. Uns ist es dabei wichtig, die Vergänglichkeit als Teil menschlicher Existenz anzuerkennen.

    Wofür steht finally. genau?

    Bitten Stetter: finally. steht für die Idee, eine ästhetische, menschenzentrierte Designperspektive in die letzten Lebensphasen und ich spreche hier sehr bewusst von Phasen zu bringen. Es geht darum, die Endlichkeit nicht zu verbergen oder Sterblichsein zu stigmatisieren, sondern diese Phasen des Lebens mit Respekt und Würde zu gestalten. Die Care-Produkte und Designs sollen einfühlsam sein, um den Menschen auf seinem Lebensweg bis zum Schluss zu unterstützen.

    Designst du die Produkte allein oder im Team?

    Bitten Stetter: Ich arbeite sowohl allein als auch mit Expert:innen aus der Pflege, aus der Psychologie, wie auch mit Betroffenen (z. B. krebskranken Menschen) zusammen. Dabei ist es besonders wichtig, nicht nur mit Fachleuten aus den Bereichen der medizinischen Palliativpflege, sondern auch mit freiwilligen Caregivers, nicht professionellen Caregivers wie auch Caretakers zusammenzuarbeiten. Denn die Perspektiven können sich sehr unterscheiden. Die Zusammenarbeit ermöglicht es mir, sowohl die ästhetischen als auch die praktischen Bedürfnisse aller mitgestaltenden Personen zu berücksichtigen. Denn Sterben tun wir selten allein, so wie wir auch selten allein schwer erkranken. Meist sind auch andere Personengruppen an diesen Verläufen beteiligt. Zudem müssen wir Sterben hier auch sehr weit fassen, ähnlich wie es die Palliative Care tut. Sterben beginnt aus mancher Perspektive schon nach der Geburt. Soweit würde ich selbst nicht gehen, aber es nimmt sicher seinen Anfang, wenn ein Mensch (chronisch) erkrankt oder sich aufgrund seines natürlichen Alters in seiner fragileren Lebensphase befindet.

    Wo werden die Produkte produziert und worauf achtest du bei den Materialien?

    Bitten Stetter: Die Produkte werden in enger Zusammenarbeit mit Handwerker:innen und spezialisierten Produzent:innen in Europa fair produziert, die sich auf hochwertige Materialien und Produktionen konzentrieren. Ich achte besonders auf Nachhaltigkeit, eine hohe Materialqualität und darauf, dass die Produkte sanft und sicher für die Menschen sind. Auch und vor allem die emotionale, bedeutungsvolle Wirkung der Materialien ist für uns ein wichtiger Faktor. Pflegen und Begleiten heißt berühren: Die Dinge, die wir gestalten, sollen durch ihre Wertigkeit im doppelten Sinne berühren.

    Was können stilvolle Pflegehilfsmittel aus deiner Sicht alles leisten?

    Bitten Stetter: Ästhetisch hochwertige Pflegehilfsmittel können weit mehr leisten als nur funktionale Unterstützung. Sie können den Krankheits-, Alterungs- und Sterbeprozess menschlicher und würdevoller gestalten, indem sie eine beruhigende Atmosphäre schaffen und den Patient:innen sowie deren Angehörigen das Gefühl von Nähe, Geborgenheit und Respekt vermitteln. Sie helfen dabei, das Tabu rund um die Endlichkeit und Vergänglichkeit zu brechen und ermöglichen eine bewusstere und anerkennende Auseinandersetzung mit der Fragilität des Lebens.

    Welche Produkte bietest du an?

    Turnarounder

    Bitten Stetter: Aktuell konzentriere ich mich auf Produkte, die uns taktil oder visuell in Pflegebereichen berühren. Pflegeutensilien und spezielle Kleidung für den Übergang von der gesunden bis zur letzten Lebensphase. Diese Produkte sind nicht nur funktional, sondern auch hautsinnlich ansprechend und auf die Bedürfnisse von schwer kranken oder sterbenden Menschen abgestimmt. Besonders am Herzen liegt mir die Entwicklung von Dingen, die sowohl die körperliche als auch die emotionale Würde der Menschen in dieser Phase unterstützen und die Kommunikation zwischen An- und Zugehörigen und Betroffenen fördern. Kommunikationstools sowie Dinge, die Übergänge und Zwischenräume gestalten. Denn Sterben ist heute meist ein sehr langsamer Prozess, oftmals über mehrere Jahre mit Höhen und Tiefen, guten und schlechten Tagen. Ich verstehe unsere Designs als Lebensbegleiter. Daher ist der Turnarounder ein Morgenmantel, der sich zum Spitalhemd wenden lässt, auch ein wichtiges Produkt, da es sehr gut das Thema Krankheit als Weg vermittelt.

    Welches Feedback bekommst du und wer sind bislang deine Hauptkund:innen?

    Bitten Stetter: Das Feedback, das ich erhalte, ist überwiegend positiv. Vor allem von Angehörigen und Betroffenen aber auch von Pflegenden, die sich ästhetische und menschenzentrierte Produkte im Pflege- und Sterbebereich wünschen. Meine Hauptkund:innen sind Pflegeeinrichtungen, Hospize und palliative Einrichtungen, aber auch Einzelpersonen, die schöne Care-Objekte im Alltag vermissen und suchen.

    Wo kann man Pflegehilfsmittel von finally kaufen?

    Bitten Stetter: Die Produkte von finally. sind online erhältlich und können über unsere Website bestellt werden. Außerdem haben unser Care Atelier, einen Shop im Herzen Zürichs. Zudem arbeiten wir mit verschiedenen Care-Plattformen und Pflegeeinrichtungen und Vereinen zusammen, die unsere Produkte ebenfalls anbieten.

    Du bietest neben deinen Produkten auch Workshops an. Worum geht es?

    Bitten Stetter: Die Workshops und Veranstaltungen, die wir veranstalten, richten sich an alle, die in der Pflege oder Betreuung von sterbenden

    Würfelset

    Menschen tätig sind, sowie an Angehörige, die sich aktiv mit dem Thema Sterben und Tod auseinandersetzen möchten und an alle, die in Berührung mit unserer Endlichkeit treten ‒ sich also vorbereiten und auseinandersetzen möchten. In unseren aktuellen Workshops arbeiten wir z. B. mit unseren Würfeln, um uns Fragen der Fragilität anzunähern. Dies soll helfen, die letzten Lebensphasen besser zu planen und zu gestalten. In anderen Workshops fragen und spekulieren wir darüber, wie Design die Pflege und das Wohlbefinden verbessern kann.

    Mein Wunsch ist es, dass sich irgendwann Geschäfte für ästhetische Pflegehilfsmittel zwischen Mode-, Beauty-, und Einrichtungsläden reihen – solange es überhaupt noch den stationären Handel gibt. Gleiches gilt natürlich für den Online-Handel. Was ist deiner?

    Bitten Stetter: Ich teile diesen Wunsch mit dir. Der stationäre Handel ist nach wie vor wichtig, denn er bringt uns oft ungeplant in Berührung mit Dingen. Zudem ist es für uns essenziell, dass Menschen unsere Produkte erleben und in unserem Shop in den Austausch treten. Gleichzeitig hilft uns der Online-Shop, eine breitere Zielgruppe zu erreichen.

    Ich hoffe, dass sich ein Bewusstsein für wertschätzende und ästhetische Pflegehilfsmittel entwickelt und sie Teil des Mainstreams werden. Schließlich ist der Umgang mit Fragilität, Krankheit, Altern, Sterben und Tod ein sehr persönliches Thema, das oft einfühlsam und respektvoll begleitet werden muss.

    Hier gibt es noch viel zu tun, denn das Gesundheitssystem ist stark auf Heilung, Standardisierung, Effizienz und Funktionalität ausgerichtet – dabei wird das sinnliche Erleben oft ausgeklammert. Das möchten wir im Kleinen wie im Großen ändern.

    Dafür brauchen wir Menschen wie euch, die unser Anliegen für relevant erachten und es mit uns teilen. Spread the message: finally we are fragile humans.

     

    Wir danken dir für das Gespräch, liebe Bitten und wünschen euch von Herzen weiterhin viel Freude und Erfolg mit finally!

     

    Wir empfehlen euch unseren Artikel „Ambulante Palliativversorgung: Begleitung in der letzten Lebensphase“ – hier erfahrt ihr von Hannelore vom Pflegedienst Sensus, was ihr euch unter ambulanter Palliativpflege vorstellen könnt.

    * Quelle: Destatis

    Titelbild und Produktbilder im Text: © Mina Monsef for finally

    Portrait von Bitten Stetter: © David Jäggi/ZHdK

     

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  • Haustier im Alter – deshalb ist der Hund der beste Freund des Menschen

    Haustier im Alter – deshalb ist der Hund der beste Freund des Menschen

    Ein Haustier im Alter hat viele Vorteile – besonders der Hund: „Der Hund ist ein Begleiter, der uns daran erinnert, jeden Augenblick zu genießen“, so die Autorin Marla Lennard. Lest hier, wieso der Hund zurecht der beste Freund des Menschen ist, welche Vorteile Haustiere generell im Alter haben und was ihr vor dem Kauf unbedingt beachten solltet.


    26 Prozent der Menschen ab 60plus haben in Deutschland ein Haustier – sie sind somit Spitzenreiter:innen im Vergleich zu den jüngeren Altersklassen.* Hunde und Katzen sind die beliebtesten Haustiere.

    Haustiere ersetzen keine sozialen Kontakte

    So toll und hilfreich Haustiere auch sind, ersetzen sie natürlich keine sozialen Kontakte. Freund- und Partnerschaften sowie gemeinschaftliche Aktivitäten gehen immer vor. Dennoch kann ein Haustier wie Hund, Katze und Co. unser Leben zusätzlich bereichern.

    Welche Vorteile haben Haustiere im Alter?

    Generell gilt, dass jedes Haustier die Lebensqualität und Lebensfreude steigert, solange man sich gerne um das Tier kümmert. Je nach Haustierart können wir mit ihnen spielen, kuscheln und einfach für sie da und mit ihr sein. Haustiere bringen uns dazu, im Hier und Jetzt zu leben, stärken unsere Abwehrkräfte, hören uns (mal mehr und mal weniger) zu und bringen uns zum Lachen. Das ist aber noch nicht alles.

    Studie zeigt: Haustiere halten unseren Geist fit!

    Eine US-Studie der University of Florida, der University of Michigan und der Virginia Commonwealth University kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass Haustiere, egal welcher Art, unseren Gedächtnisverlust und speziell das verbale Gedächtnis wie das Erinnern von Wörtern hinauszögern.

    Warum genau?

    Dazu gibt es bislang leider nur Vermutungen:

    • Haustiere reduzieren (chronischen) Stress, der sich nachweislich negativ auf unsere kognitive Leistungsfähigkeit auswirkt.
    • Auch die Gesellschaftsschicht könnte eine Rolle spielen: Haustierhalter:innen haben laut der Studie einen höheren Bildungsgrad, ein höheres Einkommen und würden sich intensiver um ihre Gesundheit kümmern (z. B. rechtzeitig ärztliche Untersuchungen wahrnehmen).

    Deshalb rät Jennifer Applebaum, Hauptautorin der Studie und Doktorandin am National Institute of Health an der University of Florida, dass Menschen mit Haustieren durch politische Maßnahmen dabei unterstützt werden sollten, ihre Haustiere so lange wie möglich behalten zu können. In Stuttgart und Umgebung bietet zum Beispiel die Nachbarschaftshilfe SilberPfoten ehrenamtlich Senior:innen Unterstützung bei der Hundehaltung an. 

    Welche Vorteile hat ein Hund im Alter?

    1. Bester und treuester Freund des Menschen

    Als Hundebesitzer wisst ihr es längst. Ein Hund ist bedingungslos treu und weicht euch nie von der Seite – er ist daher der ideale Sicherheitsexperte (körperlich aber auch mental). Selbst wenn ihr ihn mal nicht mit in den Urlaub nehmen könnt oder ihn regelmäßig für einige Stunden abgeben müsst, vergisst er euch nicht, ist euch nicht böse und freut sich unglaublich, wenn ihr euch wiederseht.

    2. Seelentröster

    Nicht nur ihr spürt, wenn es eurem Hund nicht gut geht. Auch euer Hund empfindet Empathie und merkt, wenn ihr traurig, einsam oder ängstlich seid. Und wenn er dann mit seinem Spielzeug vor euch steht, euch ohne Vorwarnung durchs Gesicht leckt oder während des Essens mal wieder seinen putzigsten Hundeblick aufsetzt, damit er auch was abbekommt, sind selbst die größten Sorgen plötzlich ganz klein.

    3. Stresssenker

    Hunde schaffen es wie im Flug, euren Stresspegel zu senken, euch zu entspannen und alle Sorgen und Ängste mal kurz zu vergessen. Das liegt zum Beispiel daran, dass sich bei euch sowie bei eurem Hund das Liebes- und Vertrauenshormon – auch Kuschelhormon genannt – „Oxytocin“ erhöht, sobald ihr euch in die Augen schaut.

    4. Trainingspartner

    Ein Hund macht glücklich, hält euch fit und ihr beugt Infekten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht vor. Das liegt zum einen daran, dass ihr mit ihm regelmäßig und bei Wind und Wetter Gassi gehen und euch dabei bewegen musst. Ihr tankt außerdem mehr Tageslicht und nehmt dadurch mehr Vitamin D zu euch. Dieses benötigt ihr zum Beispiel, um depressiven Verstimmungen vorzubeugen. Eure Abwehrkräfte stärkt ihr bereits durch einen Hund (oder andere Haustiere an sich) und durch regelmäßige Spaziergänge bei Wind und Wetter.

    5. Erleichtert soziale Kontakte

    Ihr lebt beziehungsweise macht viel allein? Durch einen Hund könnt ihr leichter mit anderen Menschen in Kontakt treten. Beispielsweise durch Hundeschule/Hundetraining oder indem ihr euch zu anderen Hundehalter:innen in Hundeauslaufzonen dazugesellt und aktiv das Gespräch sucht. Gleiches gilt aber auch für Menschen, die ohne Hund unterwegs sind und euren Hund mögen.

    6. Positives Gebrauchtwerden

    Wenn der Ruhestand plötzlich da ist, freuen sich die einen und andere wiederum leiden darunter, plötzlich nicht mehr gebraucht zu werden. Ein Hund/Haustier kann diese Lücke schließen.

    Voraussetzungen für ein schönes Hundeleben

    Nun kennt ihr die Vorteile, die ein Hund im Alter mit sich bringt, aber das Wohlergehen des Hundes muss neben eurem an erster Stelle stehen.

    Das heißt …

    • Kennenlernen und Allergiecheck – „beschnuppert“ euch vor dem Kauf und testet, ob ihr möglicherweise allergisch auf das Hundehaar reagiert.
    • Kosten für Futter, Pflege, Hundesteuer (Befreiung ist z. B. bei Schwerbehinderung des/der Hundehalter:in, Tierheimhunden/Seniorhunden, Sozialleistungen möglich ), Versicherungen, tierärztliche Untersuchungen (Impfungen etc.)
    • regelmäßige Gassirunden: Seid ihr mobil genug und/oder habt ihr ausreichend Unterstützung?
    • Erziehung – eine Hundeschule gehört zum Pflichtprogramm – gerade bei jüngeren oder traumatisierten Hunden.
    • Alter und Rasse sollte zu euren Fähigkeiten und eurem Lebensstil passen – hier gilt es vorausschauend zu denken.
    • Hundebetreuung – gerade bei chronischen/schweren Erkrankungen, Urlaub/regelmäßigen Aktivitäten ohne Hund.

    Es muss kein eigener Hund sein!

    Gerade wenn ihr allein lebt und wenig Unterstützung durch andere habt, kann ein eigener Hund schon mal zu einer Herausforderung werden.

    Hier einige Alternativen:

    • Bietet euch als Hundesitter/Dogsitter an – hierfür gibt es z. B. spezielle Apps wie Hundelieb, die Nachbarschaftshilfe SilberPfoten in Stuttgart und Umgebung oder ihr macht einen Haushang im Supermarkt in eurem Viertel.
    • Fragt im Tierheim in eurer Nähe an, ob sie ehrenamtliche Tätigkeiten wie Gassigehen, Kuschelpat:innen oder Pflegestellen suchen.
    • Senior-Hund: Möchtet ihr unbedingt einen eigenen Hund, seid aber zum Beispiel nicht mehr ganz so fit, könnte ein älterer Hund die richtige Wahl sein. Dafür können allerdings höhere Kosten für ärztliche Untersuchungen auf euch zukommen. Zudem können ältere Hunde oft keine Treppen mehr steigen. Ihr solltet also entweder ebenerdig wohnen oder den Hund tragen können.
    • Falls ausschließlich das Gassigehen nicht mehr möglich ist, ist eine Katze vielleicht die bessere Alternative.
    • Ihr wohnt bereits in einem Altersheim oder Senioren-Stift oder werdet ambulant gepflegt und betreut oder ihr selbst betreut eine pflegebedürftige Person, die Hunde liebt? Dann können (speziell ausgebildete Besuchshunde) eine passende Alternative für euch sein.

    Was sind tiergestützte Therapien?

    Tiergestützte Therapien sind natürlich noch mal ein großer Unterschied zur klassischen Haustierhaltung. Hierbei kommen speziell ausgebildete Hunde (Therapiehunde/Begleithunde) und andere Tiere bei beispielsweise Erblindung oder Demenzerkrankungen wie Alzheimer zum Einsatz, um u. a. bei der Orientierung zu helfen, Nervosität, Ängste oder andere negative Empfindungen zu senken und das Wohlbefinden insgesamt zu steigern.

    Ein ehrenamtlicher Hundebesuchsdienst für Menschen mit Demenz ist zum Beispiel „4 Pfoten für Sie“ (Standorte: Hamburg, Düsseldorf, Köln, Kamp-Lintfort sowie im Rhein-Erft-Kreis und Rhein-Sieg-Kreis).

    Zu tiergestützten Therapien gehen wir bald noch mal gesondert ein.

    *Quelle: Statista

     

    Titelbild: © Adobe Stock – NDABCREATIVITY

  • Mit diesen 8 Aktivitäten hat Einsamkeit im Alter keine Chance!

    Mit diesen 8 Aktivitäten hat Einsamkeit im Alter keine Chance!

    Mit diesen Aktivitäten hat Einsamkeit im Alter keine Chance! Ihr lebt allein und mit dem Herbstbeginn macht sich so langsam ein unwohles Gefühl bemerkbar? Zwar bedeutet allein zu leben nicht unbedingt, dass ihr einsam seid und einsam könnt ihr auch in einer Partnerschaft sein. Dennoch betrifft Einsamkeit häufig alleinstehende ältere Menschen. 2022 lebten rund 6 Millionen Menschen ab 65 Jahren – und somit etwa dritte Person dieser Altersgruppe – allein*. Und weil das Leben gerade im Herbst und Winter noch häufiger zu Hause stattfindet, verraten wir euch acht Aktivitäten, um unter Menschen und ins Gespräch zu kommen.


    Die kalte und dunkle Jahreszeit steht ganz im Zeichen der häuslichen Gemütlichkeit. Doch gerade für Alleinlebende bedeutet diese Zeit auch häufig soziale Isolation. Und eben die kann auf Dauer Körper und Seele belasten.

    Mögliche Gesundheitsrisiken durch Einsamkeit

    Körperliche Risiken:

    • Stress: kann zu erhöhtem Blutdruck führen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen
    • Geschwächtes Immunsystem: kann Entzündungen verursachen
    • Gewichtszunahme durch Bewegungsmangel: erhöht z. B. das Risiko für Diabetes und Gelenks-/und Muskelschmerzen
    • Magen-Darm-Beschwerden und Gewichtsverlust (z. B. durch eine Depression)

    Psychische Risiken:

    • Depressionen
    • eingeschränkte Hirnleistung
    • erhöhtes Suizidrisiko
    • früherer Tod

    Mögliche Gründe für Einsamkeit im Alter

    • der Verlust des Lebenspartners/der Lebenspartnerin
    • Erkrankungen
    • eingeschränkte Mobilität/körperliche Beschwerden
    • Scham aufgrund von Erkrankungen/eingeschränkter Mobilität
    • wenig bis keine finanziellen Mittel für die Freizeitgestaltung
    • Probleme, sich auf neue Menschen bzw. Dinge/Aktivitäten einzulassen

    Wir haben für euch deshalb mal ein paar Aktivitäten zusammengetragen, durch die ihr als Alleinstehende/Alleinlebende gut mit anderen ins Gespräch kommen könnt, eine tolle Zeit verlebt und vielleicht sogar neue Freundschaften knüpft. Voraussetzung dafür ist allerdings immer, dass ihr offen für neue Erfahrungen seid. Das kann zu Beginn sehr herausfordernd sein. Wir hoffen, dass wir euch mit unseren Tipps ermutigen, diesen Schritt zu gehen. 🙂

    Mit diesen 8 Aktivitäten hat Einsamkeit im Alter keine Chance!

    1. Hobby

    Natürlich ist ein Hobby, das ihr in einer Gruppe ausübt, kein Geheimtipp, um gerade im Herbst und Winter nicht zu Hause vor dem Fernseher zu vereinsamen. Dennoch kann es gerade zu Beginn eine Herausforderung sein, sich dazu zu motivieren, sich einer fremden Gruppe anzuschließen. Wir hoffen, dass wir euch dazu ermutigen können, diesen Schritt zu gehen. Übrigens muss es sich dabei nicht um ein kostspieliges Hobby handeln, für das ihr regelmäßigen Unterricht benötigt oder eine monatliche Gebühr zahlen müsst.

    Ein paar Inspirationen

    Buchclub 

    Ihr lest und analysiert gern? In vielen Städten gibt es kleine private oder von Buchläden organisierte Buchclubs, in denen ihr zum Beispiel gemeinsam ein Buch vorlest und besprecht.

    Gemeinsames Kochen

    Wenn ihr leidenschaftlich gern kocht, müsst ihr nicht unbedingt einen teuren Kochkurs buchen. Beispielsweise gibt es immer häufiger private Gruppen, die sich abwechselnd bei den Teilnehmenden zu Hause treffen und gemeinsam kochen und essen.

    Handarbeit im Café

    Wenn ihr Handarbeiten wie Stricken oder Häkeln liebt, schließt euch einer Gruppe an, die sich regelmäßig in einem Café in eurer Nähe trifft, um euch dort gemeinsam eurer Leidenschaft zu widmen, die Schätze der anderen zu bestaunen und über Gott und die Welt zu sprechen.

    Musik/Gesang/Tanz

    Ihr spielt ein Instrument oder singt? Auch hier könnt ihr mit etwas Glück eine private Gruppe in eurer Nähe finden, mit der ihr gemeinsam musiziert oder ihr schließt euch einem Verein an.

    Wie findet ihr Gruppen in eurer Nähe?

    Um sich einer privaten Gruppe anzuschließen oder selbst eine zu organisieren, empfehlen wir euch digitale Plattformen/Apps wie „Bumble BFF“ oder nebenan.de. Außerdem könnt ihr zum Beispiel Aushänge an schwarzen Brettern in den Supermärkten machen oder an Laternenmasten in eurer Nähe anbringen. Eine weitere Möglichkeit: Folgt Instagram-Profilen, die zu euerem Hobby passen und findet darüber Gleichgesinnte und trefft euch auch im echten Leben. Ihr merkt, es gibt einige Wege, um eine Gruppe zu finden, die zu euren Interessen passt.

    2. Wochenmarkt

    Ihr habt ewig keinen Wochenmarkt mehr besucht? Dann solltet ihr das unbedingt mal wieder machen. Abgesehen davon, dass die regionalen Leckereien auch ein Highlight fürs Auge sind, kommt ihr dort mit den Standbetreiber:innen und vielleicht auch am Kaffee- oder Suppenstand mit anderen Besucher:innen ins Gespräch.

    3. Stamm-Café

    Viele Menschen haben eine Stammkneipe, aber das bedeutet meist leider auch zu viel Alkohol. Sucht euch lieber ein gemütliches Stamm-Café in eurer Nähe. Wenn ihr dort regelmäßig vorbeischaut, trefft ihr vielleicht auf die eine oder andere Person, die dort ebenfalls häufiger (allein) hingeht und gewiss freuen sich auch die Mitarbeitenden über euch und halten den einen oder anderen Schnack.

    4. Sport/Bewegung in der Gruppe

    Regelmäßige Bewegung trägt ebenfalls zu unserem körperlichen und psychischen Wohlbefinden bei. Auch hier gilt: Es muss kein überteuerter und schweißtreibender Vereinssport sein. Probiert es mal mit diesen 5 sanften, aber effektiven Sportarten.

    5. Kulturelle Events

    Ob Theater, Lesungen, Oper, Konzerte oder eine Party im Club – all diese Dinge lassen sich gut allein machen, weil dann nicht alle Augen auf euch gerichtet sind. Und ganz nebenbei kommt ihr zwischendurch trotzdem mit anderen ins Gespräch und habt auch gleich ein Thema: das jeweilige Event. Ihr denkt, ihr seid zu alt für eine Techno-Veranstaltung? Die Berliner Stil-Ikonen Britt Kanja und Günther Krabbenhöft überzeugen euch vom Gegenteil. Seid euch sicher: Auch ihr seid in Clubs, auf Open Airs und Festivals willkommen und ihr werdet dort ganz sicher auch das ein oder andere schöne Gespräch führen und vielleicht sogar Bekanntschaften fürs Leben machen.

    6. Hundesitting

    Selbst wenn ihr keinen eigenen Hund habt, aber Hunde mögt, bietet euch doch einfach über eine App als Hundesitter:in an. Dann ab mit euch auf die Hundewiese. So kommt ihr zu regelmäßiger Bewegung, habt Spiel, Spaß und Kuschelmomente mit eurem geliehenen Vierbeiner und kommt mit anderen Hundebesitzer:innen ins Gespräch.

    Drei Hundesitting-Apps:

    7. Ehrenamt (z. B. Lese-Oma/-Opa oder Leih-Oma/-Opa)

    In jeder Stadt gibt es eine Vielzahl an ehrenamtlichen Tätigkeiten. Ihr lest gerne vor oder erzählt gerne Geschichten und habt keine eigenen Enkelkinder, obwohl ihr Kinder liebt? Gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel in Kitas freuen sich viele Kindergärten über Vorlese-Omas- und Opas. Schaut einfach mal in den Kitas in eurer Nähe vorbei und erkundigt euch. Ihr würdet gerne regelmäßig Zeit mit Kindern verbringen? Dann könnt ihr euch auch über digitale Plattformen wie beutreut.de als Leih-Oma- oder Opa anbieten.

    8. Workshop (z. B. Computer-/Internet-Kurs)

    Ihr ärgert euch darüber, dass ihr bei der Fülle an digitalen Möglichkeiten nicht mehr mitkommt und wollt sicherer im Umgang damit werden? Ihr habt Lust, noch eine Fremdsprache zu lernen oder wollt sie auffrischen? Ihr liebt es, euch mit fremden Kulturen zu beschäftigen? Ihr habt Freude am kreativen Schreiben oder Zeichnen? Dann ist ein Workshop der passende Ort, um eure grauen Zellen auf Trab zu halten, euer Können zu erweitern und auch hier neue Leute aus eurer Umgebung kennenzulernen. Passende Kurse findet ihr beispielsweise in der Volkshochschule in eurer Nähe und indem ihr online danach sucht bzw. Kurse in eurer Nähe googelt.

    Ihr wohnt in Hamburg und Umgebung?

    Da Hamburg meine Heimatstadt ist, empfehle ich euch drei Workshops in Hamburg, die mir sehr am Herzen liegen:

    Digitale Workshops

    Falls ihr digital fit werden und endlich wissen wollt, was es mit KI und ChatGPT auf sich hat, empfehlen wir euch die Kurse von digital dabei

    und die kostenfreien Schulungen für Smartphone/Tablet und weitere Veranstaltungen von Wege aus der Einsamkeit e. V.

    Zeichen-Workshop

    Der Hamburger Illustrator Ralf Nietmann bietet neuerdings auch Zeichen-Workshops in seinem Atelier oder direkt in der Natur an. Aktuelle Termine und Infos zur Anmeldung gibt er über seinen Instagram-Account bekannt.

    Wir wünschen euch viel Freude bei euren neuen Aktivitäten! 🙂

    Silbernetz: Telefonische Soforthilfe bei akuter Einsamkeit

    Aktivitäten gegen Einsamkeit sind schön und gut – allerdings können gesundheitliche und finanzielle Einschränkungen dazu führen, dass ihr unsere Tipps (noch) nicht umsetzen könnt. In diesem Fall könnt ihr zum Beispiel anonym und kostenlos das Silbernetz beziehungsweise Silbertelefon anrufen. Silbernetz ist ein ehrenamtlicher Service für ältere Menschen ab 60 Jahren, die einsam sind und sich jemanden zum Reden bzw. Zuhören wünschen. Anrufen könnt ihr täglich zwischen 8 und 22 Uhr unter der Telefonnummer 0800 4 70 80 90.

    Da Silbernetz ein gemeinnütziger/ehrenamtlicher Service ist, ist es auf ehrenamtliche Unterstützung und Spendengelder angewiesen. Zudem läuft derzeit eine Online-Petition, um den Basispreis für 0800-Rufnummern gemeinnütziger Anbieter:innen zu senken.

    Freunde alter Menschen e. V.

    Freunde alter Menschen e.V.  – famev.de – ist eine Organisation, die sich ebenfalls gegen die Vereinsamung älterer Menschen ab 75plus einsetzt. Sie vermittelt Besuchspartnerschaften in den Großstädten Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt am Main und München sowie Telefonpatenschaften. Außerdem haben sie das Hamburger Projekt Generation Nachbarschaft ins Leben gerufen, bei dem nachbarschaftliche und  generationsübergreifende Netzwerke geschaffen und gestärkt werden.

    Hier erfahrt ihr, wie ihr euch bei famev.de engagieren oder spenden könnt.

    Wir empfehlen euch außerdem unseren Artikel „Alternative Wohnformen im Alter: Zusammen ist man weniger allein„.

    *Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

    Titelbild: © Adobe Stock – Jacob Lund

  • Aromatherapie – mehr Wohlbefinden und Gesundheit durch ätherische Öle?

    Aromatherapie – mehr Wohlbefinden und Gesundheit durch ätherische Öle?

    Aromatherapie – ein Duft, der uns an unsere Kindheit erinnert, unseres Lieblingsessens, einer geschälten Mandarine oder Orange, das Aroma einer Blume oder des Waldes – habt ihr euch schon mal gefragt, wieso uns viele Düfte und Aromen beziehungsweise ätherische Öle positiv beeinflussen? Ganz einfach: Unser Geruchssinn hilft uns nicht nur dabei, zu schmecken, sondern auch dabei, unser Wohlbefinden zu steigern und sogar psychische und physische Erkrankungen vorzubeugen oder zu lindern. Deshalb wird die Aromatherapie/Aromapflege unter anderem auch in der Alten-, Gesundheits-, Kranken- und Palliativpflege ergänzend angewandt. Allerdings ist trotzdem Vorsicht geboten.


    Wie entstehen ätherische Öle?

    Pflanzen produzieren ätherische Öle, um Schädlinge und Keime abzuwehren. Sie stammen also aus der Natur und werden durch Wasserdampfdestillation aus der jeweiligen Pflanze gewonnen. Bei Zitrusfrüchten geschieht dies durch Kaltpressung.

    Wie genau wirken Aromen?

    Olfaktorisch

    Wir nehmen die jeweiligen Duftmoleküle über unsere Riechschleimhaut auf – sie wirken also olfaktorisch. Die Riechschleimhaut ist wiederum Teil unseres zentralen Nervensystems. Im limbischen System sorgen die Duftreize dann für die Ausschüttung von Neurotransmittern und Endorphinen wie zum Beispiel Serotonin und Dopamin, die unser Wohlbefinden steigern, unser Gedächtnis positiv beeinflussen, Schmerzen sowie Stress und Ängste (zum Beispiel bei Demenz wie Alzheimer) mindern und in Teilen den Heilungsprozess unterstützen können. Zwar ist dieser Effekt durch Studien und die klinische Praxis in Teilen belegt, allerdings weiß man immer noch nicht, welche Mechanismen auf molekularer Ebene genau dazu führen. Ganz wichtig: Besteht eine ernsthafte Erkrankung, kann die Aromatherapie eine schulmedizinische Behandlung nicht ersetzen, sondern nur ergänzen.

    Dermal oder oral

    Außerdem können die Inhaltsstoffe der ätherischen Öle genutzt werden, indem sie über die Haut oder oral eingenommen werden.

    Wie verwendet man ätherische Öle?

    Ätherische Öle gibt es unter anderem in Form von …

    • Raumdüften – in Duftlampe/Diffuser
    • Inhalationszusätze
    • Badezusätzen
    • Saunaaufgüssen
    • Massageölen (vermischt mit einem Trägeröl/einer Trägercreme)
    • Aromatherapie-Kerzen
    • Kompressen
    • Medikamenten
    • Kosmetik- und Körperpflegezusätzen (Duftspray, Mundspülung, Cremes etc.)
    • Lebensmittelzusätzen (nicht mehr als 1-2 Tropfen)

    Was sind die wirksamsten und beliebtesten Aromen?

    Wie bereits erwähnt, gibt es keine Garantie, dass Aromen die gewünschten Effekte erzielen. Hier gilt es also, sofern ihr ätherische Öle vertragt, diese in minimaler Dosierung auszuprobieren und auf die Signale eures Körpers und eurer Psyche zu achten. Die Auflistung dient zur groben Orientierung.

    Lavendel – entspannt, stärkt die Nerven, fördert erholsamen Schlaf, macht zuversichtlich, lindert Kopfschmerzen
    Zitrusfrüchte (Zitrone, Orange, Mandarine, Grapefruit) – beleben, erfrischen, motivieren, lindern Übelkeit

    Eukalyptus – erfrischt, belebt, wirkt luftreinigend und antiseptisch ( Erkältungen/Atemwegsinfekte)

    Rose – beruhigt, schafft warme Atmosphäre, wirkt gegen Gefühlsblockaden, Liebeskummer, krampflösend und hautregenerierend (lindert Hautkrankheiten/geeignet zur Narbenpflege)

    Rosmarin – belebt, motiviert, als Massageöl durchblutungsfördernd, lindert Erschöpfung und Kopfschmerzen

    Kamille – beruhigt, hemmt Entzündungen, löst Krämpfe, wirkt reizlindernd und keimwidrig

    Pfefferminz – erfrischt, befreit, stärkt Gedächtnis und Konzentration, wirkt gegen Erkältungen und Migräne

    Jasmin – lindert Stress, ermutigt/motiviert, wirkt stimmungsaufhellend/euphorisierend

    Bergamotte – erfrischt, entkrampft, beruhigt, entspannt, wirkt stimmungsaufhellend/angstlösend

    Melisse – stärkt, harmonisiert, beruhigt und belebt

    Teebaumöl – erfrischt, wirkt antibakteriell/antiviral/antimykotisch (wird zum Beispiel bei Hautunreinheiten, Erkältungen, Grippe, Fieber, Verdauungsproblemen und zur Mundpflege eingesetzt).

    Anis – beruhigt, entkrampft/entspannt (Magen-Darm-Beschwerden), wirkt verdauungs- und schleimfördernd sowie hustenstillend (Atemwegserkrankungen)

    Fichtennadel – befreit (Psyche und Nase), belebt, sorgt für Gelassenheit und löst Verspannungen

    Woran erkennt man hochwertige ätherische Öle?

    Kauft nur 100-prozentige ätherische Öle, da synthetisch hergestellte Aromen gesundheitsschädlich sein und beispielsweise Allergien auslösen können.

    Welche Risiken und Nebenwirkungen haben ätherische Öle?

    Grundlegend könnt ihr ätherische Öle sehr einfach zu Hause anwenden. Um Nebenwirkungen zu vermeiden, solltet ihr immer nur wenige Tropfen auf einmal verwenden. Beachtet die Angaben auf der Verpackung.

    Allergietest

    Bei einer bereits bestehenden Allergie auf das jeweilige Aroma solltet ihr dieses natürlich gar nicht erst anwenden. Seid ihr euch nicht sicher, empfiehlt sich vor der ersten Anwendung ein einfacher Allergietest: Gebt dazu einfach einen Tropfen des Aromas in eure Ellenbeuge und wartet ein paar Minuten. Reagiert euer Körper mit Juckreiz und/oder einem Hautausschlag oder Ähnlichem, solltet ihr das Öl nicht anwenden.

    Risikogruppen

    Bei schweren Erkrankungen und speziell bei Asthma und bei der Anwesenheit von Schwangeren, Babys und Kindern empfiehlt sich vor dem Gebrauch eine Abklärung mit Therapeut:innen/Ärzt:innen oder beispielsweise einer Hebamme. Bei Babys und Kleinkindern können bereits wenige Tropfen lebensbedrohlich sein, wenn sie in Mund oder Nase gelangen. Schwangere reagieren meist sehr sensibel auf Gerüche und sollten daher nur damit in Kontakt kommen, wenn sie den Duft (v)ertragen. Es leben Haustiere im Haushalt? Auch dann ist Vorsicht geboten, sofern die Öle stark phenol- und ketonhaltig sind. Sichert euch in diesem Fall vor der Anwendung tierärztlich ab, um die Gesundheit des Tieres nicht zu gefährden.

    Was ist Aromatherapie und wer bietet sie an?

    Die Aromatherapie zählt zu den alternativen Heilmethoden und ist ein Teilbereich der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde). Abgesehen davon, dass ihr euch die Aromen für den häuslichen Gebrauch selbst kaufen und anwenden könnt, wird die professionelle Aromatherapie von Ärzt:innen, Heilpaktiker:innen (Heilpraktikergesetz §1 Abs. 1 HeilprG), Psychotherapeut:innen und sogar Tierärzt:innen angeboten. Leider ist der Begriff Aromatherapeut:in gesetzlich nicht geschützt. Achtet daher bei der Wahl eurer Therapeut:innen unbedingt auf ausreichende medizinische und therapeutische Kenntnisse/Zertifikate.

    Wer zahlt die Kosten?

    Die Kosten für die Aromatherapie werden weder von den Kranken- noch von den Pflegekassen erstattet.

    Macht ein Ritual daraus

    Gerade wenn ihr oder eure Liebsten durch eine schwere Zeit gehen, gibt es nichts Wichtigeres, als das Wohlbefinden und die Gesundheit zu stärken. Die Aromatherapie kann dann dazu beitragen. Stellt ihr eine positive Wirkung fest, könnt ihr daraus ein regelmäßiges und entspannendes Ritual machen. Gerade am Abend vor dem Schlafengehen, bei akuten Infekten, in stressigen Phasen oder um positiv und gestärkt in den Tag zu starten.

    Statt ätherische Öle: Natürliche Gerüche im Alltag und in freier Natur

    Ätherische Öle sind nicht euer Ding oder ihr vertragt sie nicht? Dann achtet einfach mal ganz bewusst darauf, wie sich eure Emotionen verändern, wenn ihr an einer Blume riecht, einen Waldspaziergang macht, eine Orange oder Mandarine schält, den Duft von Zimt wahrnehmt oder euer Lieblingsessen esst. Es sind wie immer die kleinen Dinge, die einen großen Unterschied machen können. 🙂

    Ihr wollt noch mehr für euer Wohlbefinden tun? Dann probiert mal diese fünf sanften, aber effektiven Sportarten!

     

    Bild: © Adobe Stock – puhimec

  • 5 sanfte, aber effektive Sportarten

    5 sanfte, aber effektive Sportarten

    Ihr wollt seit Ewigkeiten regelmäßig Sport treiben, aber ihr habt immer noch keine Sportart gefunden, die zu euch passt und nicht zu anstrengend ist? Tipp 1: Möglicherweise fällt euch der Start zwischen Herbst und Frühling leichter als im Sommer bei hohen Temperaturen. Tipp 2: Damit ihr euch damit wirklich etwas Gutes tut und nicht nach wenigen Wochen schon wieder aufgebt, kommen hier fünf sanfte, aber effektive Sportarten für euch! Und das Beste? Sie sind auch noch richtig spaßig und befreiend!

    „Wer rastet, der rostet“, kommt leider nicht von ungefähr. Bereits ab Mitte 20 geht es mit unserer Muskulatur bergab. Treiben wir keinen regelmäßigen Sport, bedeutet das alle zehn Jahre durchschnittlich einen Muskelabbau von fünf bis zehn Prozent. Haben wir dagegen nur für einige Wochen oder wenige Monate mit der Bewegung ausgesetzt, ist das kein Problem. Dann tritt nämlich der Muscle-Memory-Effekt in Aktion und wir finden schnell zu unserer alten Form zurück.

    Der beste Zeitpunkt, um mit einer neuen Sportart zu beginnen ist somit nicht nur Anfang des neuen Jahres oder dann, wenn die Temperaturen wieder steigen, sondern jetzt!

    Ärztlicher Check-up

    Bevor ihr mit regelmäßiger Bewegung beziehungsweise einer Sportart beginnt, lasst euch ärztlich durchchecken. Gerade wenn ihr schon seit Längerem keinen Sport mehr getrieben oder bereits gesundheitliche Beschwerden habt. Dann müsst ihr euch nur noch für eine Sportart entscheiden. Ganz wichtig: Ihr müsst keinen schweißtreibenden Sport ausüben, um fit zu bleiben. Ihr braucht Inspiration? Dann sind hier …

    5 sanfte, aber effektive Sportarten!

    1. Drums Alive

    Ihr habt Rhythmus im Blut und liebt die Verbindung von Musik und Bewegung? Dann könnte „Drums Alive“ etwas für euch sein. In den Hauptrollen? Ein Gymnastikball (Pezziball), Drumsticks, Musik und Aerobic-Übungen. Indem ihr auf dem Pezziball herumtrommelt und dazu Gymnastikübungen macht, verbindet ihr die rechte mit der linken Gehirnhälfte. Das hilft euch beim Stressabbau, ihr fördert eure Kreativität und kurbelt die Durchblutung an. Euer Rhythmusgefühl ist nicht das Beste? Gar nicht schlimm. Hier stehen nämlich Bewegung und Spaß statt Präzision im Vordergrund.

    Weitere Infos bekommt ihr hier:

    Drums Alive – Deutschland

    VHS – deutschlandweiter Kursfinder

    2. Walking Football – Gehfußball

    Was sich zu Beginn vielleicht ein wenig nach Schnarch-Fußball anhört, ist effektiv und macht großen Spaß. Walking Football stammt aus dem fußballbegeisterten England und gewinnt auch in Deutschland immer mehr Anhänger:innen. Beim Gehfußball, das sich vornehmlich an Menschen über 50 oder an Menschen mit körperlichen oder seelischen Einschränkungen richtet, trainiert ihr beispielsweise eure Beweglichkeit und euer Reaktionsvermögen. Große Fußballklubs wie der VfL Wolfsburg, Werder Bremen und Schalke 04 bieten das Fußballspielen im Gehen beispielsweise an. Die wichtigsten Regeln? Ein Fuß muss immer auf dem Boden sein, Reingrätschen und Körperkontakt sind verboten, ihr dürft den Ball nicht über Hüfthöhe schießen, es gibt kein Abseits und der Job des Torwarts entfällt.

    Mehr Infos gibt’s in dieser ARD-Reportage.

    3. Stand Up Paddling

    Beim Stand Up Paddling (kurz SUP) geschieht das Paddeln, wie es der Name schon verrät: im Stehen (im Sitzen klappt es allerdings auch)! Da das Board, auf dem ihr euch fortbewegt, breiter als ein gewöhnliches Surfbrett ist, ist es mit ein wenig Übung relativ einfach, das Gleichgewicht zu halten. Zum Fortbewegen nutzt ihr ein sogenanntes Stechpaddel. Ihr könnt die Boards problemlos leihen. Möchtet ihr damit allerdings regelmäßig aufs Gewässer, paddelt ihr mit einem eigenen Board natürlich günstiger. Dieses gibt es als feste sowie als aufblasbare Variante. Durch das Stehpaddeln trainiert ihr eure Bauch- und Rückenmuskulatur. Anfänger:innen holen die Kraft meist aus den Armen. Mit ein wenig Übung werdet ihr aber schnell merken, dass euch das Paddling leichter fällt, wenn ihr die Kraft aus eurer Rumpf- sowie aus den vorderen und seitlichen Bauchmuskeln zieht. Das geschieht schon deshalb fast von allein, weil ihr euren Unterkörper anspannt, um das Gleichgewicht zu halten. Indem ihr euren Gleichgewichtssinn trainiert, senkt ihr übrigens auch ganz effektiv das Sturzrisiko.

    4. Yoga

    Yoga ist nichts Neues, aber nach wie vor im Trend und macht zwar fit, aber fällt eigentlich nicht unter den Begriff Sport. Ihr seid von der Vielzahl der Yogaarten überfordert oder befürchtet, nicht mehr beweglich genug dafür zu sein? Wichtig ist, dass ihr euch zuvor in einem Yogastudio professionell beraten lasst und im besten Fall eine 1:1 Probestunde macht. So könnt ihr mit eurer/eurem Yogalehrer:in genau klären, welche Beschwerden oder Erkrankungen ihr möglicherweise habt und findet gemeinsam heraus, welche Yogaart sich für euch am besten eignet.

    Beliebte Yogaarten

    • Hatha-Yoga – vereint mehrere Yogaarten und ist die klassischste Yogaart.
    • Vinyasa-Yoga/Vinyasa-Flow – ebenfalls sehr vielfältig und meist sehr anstrengend.
    • Bikram-Yoga (auch Hot Yoga genannt) – findet in einem 40 Grad warmen Raum statt. Vorsicht bei Kreislaufbeschwerden!
    • Ashtanga-Yoga (übersetzt “8 Glieder”) – ist ebenfalls anstrengend. Im Vordergrund stehen hier neben der Atmung und den einzelnen Bewegungen der fließende Übergang von einer zur nächsten Übung.
    • Yin- oder Kundalini-Yoga – hier stehen Ruhe und Tiefenentspannung im Fokus.

    Mit Yoga trainiert und stärkt ihr ganzheitlich Körper und Geist. Durch das intensive Dehnen könnt ihr Muskelverspannungen, Fehlhaltungen und Muskelkrämpfen vorbeugen sowie eure Muskulatur (besonders des Rückens, Beckenboden und der Arme) und euren Gleichgewichtssinn stärken. Außerdem findet ihr zur Ruhe – denn Yoga beinhaltet in der Regel auch immer Meditations- und Atemübungen (Breathwork) und tankt reichlich positive Energie.

    Zu guter Letzt lernt ihr Körper und Geist besser zu spüren. Letzteres ist speziell für Menschen heilsam, die in ihrem Leben viel „funktioniert“ haben und so vielleicht noch nie gelernt haben, nicht laufend über die eigenen Grenzen zugehen, sondern rechtzeitig zu erspüren, wann sie einen Gang zurückschalten oder ganz innehalten sollten. Achtsamkeit heißt das Zauberwort.

    5. Slow Jogging

    Eine ganz neue Sportart ist das sogenannte Slow Jogging/Running. Wie der Name schon verrät joggt ihr beim Slow Jogging so langsam, dass ihr das Laufen immer noch als leicht empfindet. Slow Jogging ist eine wissenschaftlich belegte sehr effektive und gelenkschonende Sportart und daher für Anfänger:innen sowie für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr klassisch joggen können, die perfekte Sportart.

    Wie funktioniert Slow Jogging?

    Beim Slow Running ihr berührt den Boden immer nur mit dem Vorder- oder Mittelfuß und macht dabei viele kurze Schritte (rund 180 pro Minute).

    Hier geht’s zur offiziellen Slow Jogging Website. Eure Stadt bietet noch keinen Kurs an? Erkundigt euch trotzdem mal bei Sportvereinen in eurer Nähe, ob es nicht vielleicht doch schon ein Gruppenangebot gibt. Und falls nicht: Je höher die Nachfrage, desto größer ist die Chance, dass es in naher Zukunft einen Kurs gibt.

    Neue Sportart, neue Kontakte!

    Abgesehen vom Stand Up Paddling haben alle Sportarten etwas gemeinsam: Ihr habt die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und im besten Fall sogar neue Freund:innen zu finden. Gerade wenn ihr allein lebt, Single seid und/oder euer Freundeskreis euch derzeit nicht zufriedenstellt. Natürlich könnt ihr euch für das Stand Up Paddling auch mit mehreren zusammentun. Mit einer neuen Sportart erfüllt ihr euch also gleich drei Wünsche auf einmal: Spaß, Wohlbefinden und Kontakte. Denn nicht zu vergessen ist Letzteres für unsere Gesundheit genauso essenziell wie regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung.

    Und jetzt wünschen wir euch ganz viel Freude bei eurer neuen Sportart! 🙂

     

    Titelbild: © Adobe Stock – LIGHTFIELD STUDIOS

  • Mediterrane Ernährung – gesund und munter mit der Mittelmeerdiät

    Mediterrane Ernährung – gesund und munter mit der Mittelmeerdiät

    Heute machen wir euch die mediterrane Ernährung – auch Mittelmeerdiät oder Mittelmeerkost genannt – schmackhaft. Besonders wenn ihr euch regelmäßig kohlenhydrat- und fleischlastig ernährt, ist diese Ernährungsform zu empfehlen, um Krankheiten vorzubeugen, bestehende positiv zu beeinflussen und euch insgesamt gesünder und fitter zu fühlen.

    Früher wie heute empfinden es immer noch viele Menschen als Privileg und Zeichen von guter Gasteber:innenschaft, wenn es Fleisch, Wurst, Eier und Milchprodukte satt gibt.

    Umso schöner ist es doch, dass wir heute in puncto Ernährung ein besseres Wissen haben als früher und wir damit unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden schützen und steigern können. Besonders gut geht das mit der mediterranen Ernährung, die speziell in Süditalien und Griechenland weit verbreitet ist. Bereits in den 1950er-Jahren beobachteten Wissenschaftler:innen, dass die Bevölkerung Kretas im Vergleich zu anderen Ländern die niedrigste Rate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar die längste Lebenserwartung vorweisen konnte. Ihr ahnt es schon: Eben dort ernähr(t)en sich viele Menschen klassisch-mediterran.

    Welche Lebensmittel zur mediterranen Ernährung?

    Täglich und reichlich

    • frisches Gemüse aus der Region
    • frisches Obst aus der Region
    • Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen und Kichererbsen
    • (fetter) Fisch wie Lachs, Makrele und Hering sowie Meeresfrüchte
    • Olivenöl (ebenfalls gesund sind Rapsöl, Leinöl, Nuss- und Hanföl)

    Täglich, aber in Maßen

    • Kartoffeln
    • Nüsse, Samen und Kerne
    • Lebensmittel aus Getreide (Vollkorn) wie Brot, Reis und Pasta
    • Eier und Milchprodukte

    Selten

    • Fleisch (besonders rotes Fleisch wie Schwein, Rind und Kalb)
    • Süßigkeiten/Desserts/Kuchen
    • Brot und Pasta aus Weizen
    • Butter, Butterschmalz, Sahne und Sonnenblumenöl
    • Fertiggerichte/verarbeitete Lebensmittel
    • industriell hergestellte Limonaden, stark gezuckerte Säfte
    • Alkohol

    Noch ein paar Tipps

    Eine cremige Pasta-Soße bekommt ihr nicht nur mit Sahne oder Ähnlichem hin, sondern beispielsweise auch mit Hummus.

    Für Süßigkeiten-Fans: Schokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 70 Prozent. Nicht Teil der mediterranen Ernährung, aber ein guter Kompromiss, wenn ihr auf Schokolade nicht verzichten wollt. Natürlich sind Süßigkeiten in Maßen trotzdem okay. Genießt sie am besten direkt nach eurer Hauptmahlzeit, da der Blutzuckerspiegel dann sowieso schon angestiegen ist. So esst ihr dann wahrscheinlich weniger davon und beugt Heißhunger vor.

    Wieso ist die mediterrane Ernährung so gesund?

    Die Mittelmeerdiät enthält viele …

    • Ballaststoffe (Faserstoffe), die lange satthalten, die Darmtätigkeit anregen und den Cholesterinspiegel senken.
    • sekundäre Pflanzenstoffe (Phytamine) und Antioxidantien wie Vitamin C, E und Carotinoide, die vor freien Radikalen (Substanzen, die dem Körper schaden können) schützen.
    • einfach ungesättigte Omega-9-Fettsäuren und mehrfach ungesättigte Omega-3- und 6-Fettsäuren, die entzündungshemmend und blutgefäßerweiternd wirken.

    Hoher Fettanteil und trotzdem gesund?

    Bei einem hohen Fettanteil von bis zu 40 Prozent wundert ihr euch vielleicht, wieso die mediterrane Kost trotzdem sehr gesund ist? Das „Geheimnis“ ist hierbei das spezielle Verhältnis von 1,5:1 zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren. Bei unserer herkömmlichen westlichen Ernährungsweise ist das Verhältnis etwa zehnmal höher.

    Die mediterrane Ernährung schützt vor einer Vielzahl an (Folge-)Erkrankungen

    • erhöhte Entzündungswerte
    • Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt und Arteriosklerose
    • erhöhter Cholesterinspiegel
    • Diabetes
    • metabolisches Syndrom
    • Magen-Darm-Erkrankungen (Sodbrennen, Reizdarm etc.)
    • Krebs
    • Neurodermitisschübe und (Erwachsenen-)Akne

    Studien zeigen auch, dass die mediterrane Kost Krebs- und beispielsweise Parkinson-Therapien positiv beeinflussen kann. Sie dient also nicht nur dazu, das Risiko für Erkrankungen zu senken, sondern kann die Gesundheit auch während einer Therapie positiv beeinflussen.

    Mittelmeerdiät ist keine klassische Diät

    Viele verwechseln die mediterrane Ernährung mit einer Diät, die man nur für eine bestimmte Zeit macht. Bei der mediterranen Ernährung beziehungsweise Mittelmeerdiät ist es anders. Hier geht es um eine langfristige Ernährungsumstellung. Diät nennt sie sich deshalb, weil im Englischen das Wort „diet“ (Diät) nicht nur Diät, sondern auch Ernährung heißt.
    Außerdem ist es so, dass Diäten – sofern sie eine Gewichtsabnahme bewirken sollen – meist zum sogenannten Jo-Jo-Effekt führe. Ihr wiegt also entweder wieder so viel wie vor der Diät oder sogar noch mehr. Zudem könnt ihr auch Krankheiten damit nicht langfristig vorbeugen. Außerdem sorgt eine Diät meist auch für viel Frust, weil man auf vieles verzichten soll. Auch Heißhungerattacken aufgrund des Verzichts sind dann häufiger der Fall, die ebenfalls zu einer Gewichtszunahme führen können. Bei der mediterranen Ernährung müsst ihr dagegen auf nichts komplett verzichten und schon gar nicht hungern.

    Und zu guter Letzt: Genießt ihr hauptsächlich mediterrane Kost, sind Ausnahmen wie etwa im Urlaub, aufgrund einer Festivität oder einmal die Woche total in Ordnung.

     

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  • Alzheimer – die häufigste Demenzform

    Alzheimer – die häufigste Demenzform

    Je älter wir werden, desto höher ist das Risiko an Alzheimer – auch Morbus Alzheimer oder Alzheimer Demenz genannt – zu erkranken. Von insgesamt 50 verschiedenen Demenzerkrankungen ist Alzheimer mit rund zwei Drittel die häufigste Demenzform, die sich aufgrund einer bislang unheilbaren Störung des Gehirns entwickelt. Derzeit sind in Deutschland rund eine Millionen Menschen an Alzheimer erkrankt. Seit November 2024 keimt mit dem Wirkstoff – dem Antikörper Lecanemab (Leqembi) – auch in Europa neue Hoffnung auf. Es ist das erste Alzheimer-Medikament, das die Ursache behandelt und jetzt auch von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) grünes Licht bekommt. Lest hier die wichtigsten Infos und warum sich Lecanemab nicht für alle Alzheimer-Patient:innen eignet.


    Was ist Alzheimer und was ist die Ursache?

    Alzheimer wurde nach dem deutschen Psychiater Alois Alzheimer benannt, der die Erkrankung 1906 zum ersten Mal beschrieb. Alzheimer zeichnet sich vor allem durch die zwei typischen Symptome Vergesslichkeit und Verwirrtheit aus. Trotz der Forschung ist bislang immer noch nicht komplett geklärt, wie Alzheimer genau entsteht. Es gibt viele Forschungsansätze und Hypothesen – viele Expert:innen vertreten die sogenannte Amyloid-Hypothese.

    Was ist die Amyloid-Hypothese?

    Bei Alzheimer sterben Nervenzellen im Gehirn und ihre Verbindungen untereinander ab (Neurodegeneration) – dies stört die Informationsweitergabe. Da immer mehr Nervenzellen absterben, schrumpft das Gehirn im Laufe der Erkrankung um bis zu 20 Prozent. Laut der Amyloid-Hypothese passiert dies wahrscheinlich durch zwei Proteine, die auch im gesunden Gehirn vorkommen.

    Bei der Untersuchung von „Alzheimer-Gehirnen“ werden diesbezüglich immer wieder bestimmte Eiweißablagerungen nachgewiesen:

    • Überschuss des Eiweißes Beta-Amyloid (Aß) – werden zu giftigen Beta-Amyloid-Oligomeren und schließlich zu Verklumpungen auch Alzheimer-Plaques bzw. ß-Amyloid-Plaques genannt
    • chemische Veränderung bei Tau-Eiweißen – werden zu sogenannten Tau-Fibrillen

    Ebenfalls Teil der Beta-Amyloid-Hypthese ist die Annahme, dass sich zuerst und bereits Jahrzehnte vor den Tau-Fibrillen die Beta-Amyloid-Plaques und drum herum chronische Entzündungen bilden, die vermutlich zum Absterben der Nervenzellen beitragen. Ausführliche Infos zur Entstehung von Alzheimer findet ihr in diesem Video von Alzheimer Forschung Initiative e. V.

    Was sind typische Alzheimer-Symptome?

    Da bei Alzheimer die Nervenzellen zuerst in der Schaltstelle im Gehirn – Hippocampus genannt – absterben, kommt es zu Beginn zu folgenden Symptomen:

    • Störungen des Kurzzeitgedächtnisses/kleinere Gedächtnislücken Vergesslichkeit/Zerstreutheit – sehr alte Erinnerungen sind dagegen noch abrufbar.
    • Wortfindungsstörungen
    • Orientierungsschwierigkeiten
    • verlangsamtes Denken und Sprechen
    • Ab dem mittleren Stadium der Demenzerkrankung kommt es zudem zu extremen Funktionsstörungen beim Denken, Orientieren (zeitlich und räumlich), der Sprache und Gestik.
    • Ab jetzt verblassen auch ältere Erinnerungen immer mehr und bislang vertraute Menschen werden zu Fremden. Alltägliche Dinge wie Kochen, Essen, Körperpflege und Einkaufen sind für Erkrankte dann nicht mehr ohne Hilfe möglich.

    Weitere mögliche Symptome

    Die folgenden Symptome fallen meist eher Mitmenschen als den Betroffenen selbst auf:

    • Aggressivität
    • Depression
    • starker Bewegungsdrang/Unruhe
    • Ängste
    • Halluzinationen

    Im Spätstadium sind Erkrankte komplett pflegebedürftig und häufig bettlägerig. Meist sprechen sie nur noch wenige Worte, sind inkontinent, können immer schlechter schlucken und atmen und die Gliedmaßen versteifen. Da im Spätstadium häufig auch das Immunsystem stark geschwächt ist, versterben Alzheimer-Patient:innen unter anderem an Lungenentzündungen. In diesem Beitrag erläutert euch Hannelore vom Pflegedienst Sensus, inwiefern euch die ambulante Palliativversorgung  dann unterstützen kann.

    In welchem Alter erkrankt man an Alzheimer?

    Rund 99 Prozent erkranken nach dem 65. Lebensjahr an Alzheimer – das größte Risiko ist somit ein hohes Alter. Gerade ab dem Alter von 80 Jahren ist mindestens jede fünfte Person betroffen, bei den über 90-Jährigen ist es schon mehr als ein Drittel.

    Neben dem Alter sollen dabei weitere Faktoren eine Rolle spielen wie …

    • Genetik: Das Risiko für Alzheimer ist erhöht, wenn eine bestimmte Variante im Gen für das Eiweiß Apo-Lipoprotein E (ApoE) vorliegt. Zwar ist das ApoE-Gen bei allen Menschen vorhanden und wird für den Transport von Cholesterin im Blut benötigt, doch nur eine der drei Varianten macht die Person empfänglicher für Alzheimer.
    • Bluthochdruck, erhöhter Cholesterinspiegel, erhöhter Homocysteinwert, Gefäßverkalkung (Arteriosklerose), Diabetes und oxidativer Stress.
    • vererbte Gen-Defekte: Bei rund einem Prozent wird Alzheimer durch unterschiedliche Gen-Defekte ausgelöst und weitervererbt. Die Mutation betreffen das Amyloid-Vorläufer-Protein-Gen sowie die Gene Presenilin-1 und Presenilin-2. Menschen, die diese Mutationen vorweisen, erkranken im Alter zwischen 30 und 60 Jahren ganz sicher an Alzheimer.

    Wie wird Morbus-Alzheimer diagnostiziert?

    Die meisten von uns werden mit zunehmendem Alter vergesslicher. Doch wann sollte man ärztlichen Rat einholen und wie wird Alzheimer diagnostiziert? Wie immer gilt die Regel: Sofern ihr bei euch oder bei einer Person in eurem Umfeld Veränderungen bei der Gedächtnisleistung, Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit oder Probleme beim Sprechen bemerkt, sucht vorsichtshalber eure:n Hausärzt:in auf beziehungsweise schlagt es der Person in eurem Umfeld vor. Zudem sollte die betroffene Person von einer nahestehenden Person zum Termin begleitet werden, da diese wahrscheinlich auch befragt wird.

    Zwar ist Alzheimer bislang nicht heilbar, aber wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, kann das rasche Fortschreiten durch eine medikamentöse Behandlung hinausgezögert werden.

    Die Diagnose erfolgt in mehreren Schritten:

    Ausführliches ärztliches Gespräch

    Ausführliche Anamnese – informiert eure:n Ärzt:in über Beschwerden, (Vor-)Erkrankungen, und Medikamente, die ihr einnehmt oder bis vor Kurzem eingenommen habt.

    Während des Gespräches wird der/die Ärzt:in bereits auf mögliche Konzentrations- oder Sprachprobleme achten.

    Körperliche Untersuchung

    Danach erfolgt eine körperliche Untersuchung  – u. a. Blutdruckmessung, Prüfung der Muskel- und Pupillenreflexe etc.

    Demenztests

    Anschließend kommen spezielle Demenztests (psychometrische Testung) zum Einsatz, die allerdings bei einer frühen Demenz meist noch nicht greifen und durch die die Demenzformen auch nicht unterschieden werden können. Sie können also erstmal nur einen ersten Hinweis auf eine allgemeine Demenz geben, sofern sie bereits fortgeschritten ist.

    Häufige Demenztests:

    • Uhrentest
    • MMST (Mini Mental Status Test/ Screening Test)
    • DemTect (Demenz-Detektions-Test)
    • TFDD (Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung)

    Außerdem können zusätzliche neuropsychologische Untersuchungen ergänzt werden.

    Apparative Untersuchungen

    Bei Verdacht auf eine Demenzerkrankung kommen apparative Untersuchungen wie die Positronen-Emmissions-Computertomografie (PET/CT) oder die funktionelle Magnetresonanztomografie/Kernspintomografie bzw. Hirnscan (fMRT) zum Einsatz, um festzustellen, ob die Hirnsubstanz abgenommen hat und um andere mögliche Erkrankungen wie z. B. einen Hirntumor auszuschließen.

    Labortests

    Ebenfalls wichtig sind spezielle Blut- und Urinuntersuchungen, um Alzheimer oder eine andere Erkrankung – beispielsweise der Schilddrüse – diagnostizieren zu können. Der gängigste Test, der allerdings teuer und aufwendig ist und sich nicht für eine Frühdiagnose eignet, ist die Liquordiagnostik (Probe der Hirn-Rückenmarksflüssigkeit – Liquor). Hierbei wird die Konzentration der Amyloid- und Tau-Proteine untersucht. Ein Gentest wird veranlasst, sofern eine genetische Disposition vorliegt.

    Wie wird Alzheimer behandelt?

    Alzheimer wird bislang wie folgt therapiert:

    Antidementiva

    Schon zu Beginn der Demenzerkrankung kommt es zu einem Acetylcholin-Mangel. Der Nervenbotenstoff ist unter anderem notwendig für die Kommunikation zwischen den Nervenzellen. Cholinesterasehemmer (z. B. Donepezil oder Rivastigmin) steuern dagegen, indem sie ein Enzym, das den Mangel verursacht, blockieren.

    Ab dem mittleren Alzheimerstadium greift man in der Regel auf den Wirkstoff Memantin zurück. Dieser verhindert den Überschuss des Nervenbotenstoffes Glutamat, der die Gehirnzellen vermutlich schädigt beziehungsweise zum Absterben der Zellen beiträgt.

    Weitere Medikamente

    • Extrakte aus Ginkgoblättern (Ginkgo biloba) – sollen die Durchblutung des Gehirns verbessern (Verbesserung der Gedächtnisleistung), die Nervenzellen schützen und psychische Beschwerden lindern.
    • Neuroleptika (wie Risperidon oder Haloperidol) gegen Unruhe und Aggressivität – können starke Nebenwirkungen haben.
    • Antidepressiva

    Nicht-medikamentöse Therapien

    • Realitäts-Orientierungs-Training
    • Ergotherapie, um Fähigkeiten (Körperpflege, Haushalt etc.) so lange wie möglich zu fördern und zu erhalten.
    • Denk-Training (kognitives Training) mithilfe von Wort- und Denkspielen
    • Psychotherapie (z. B. Verhaltenstherapie, Kunst- und Musiktherapie, Sinnstimulation wie Snoezelen/Aromatherapie, tiergestützte Therapie etc.)
    • Autobiografische Therapie/Kommunikation mithilfe von Angehörigen und z. B. Fotoalben, persönlichen Gegenständen etc., um das Erinnerungsvermögen zu trainieren.

    Alzheimer-Medikament mit dem Antikörper Lecanemab

    Zum ersten Mal in der Alzheimer-Forschung empfiehlt der der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) ein Alzheimer-Medikament mit dem Wirkstoff Lecanemab (Leqembi). Es ist das erste Alzheimer-Medikament, das nicht die Symptome mindert, sondern das Fortschreiten der ursächlichen Prozesse im Gehirn verlangsamt. Lecanemab ist ein Antikörper, der in den USA bereits gegen Demenz zugelassen ist.

    Für wen eignet sich der Wirkstoff Lecanemab?

    Die EMA empfiehlt das Alzheimer-Medikament in einem frühen Alzheimer-Stadium – also bei leichten beziehungsweise beginnenden Alzheimer-Demenz-Symptomen wie Gedächtnis- und Denkstörungen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass eine frühe Diagnose erfolgt. Da Demenz allerdings mit viel Scham behaftet ist und die ersten Symptome oft heruntergespielt und verdrängt werden, werden Angehörigen und behandelnden Ärzt:innen eine wichtige Rolle bereits vor einer Diagnose zuteil. Eine weitere Voraussetzung ist, dass das Medikament nur bei Alzheimer-Erkrankten angewandt werden darf, die „nur eine oder keine Kopie von ApoE4, einer bestimmten Form des Gens für das Protein Apolipoprotein E“, vorweisen. Bei Alzheimer-Patient:innen mit „zwei ApoE4-Kopien“ besteht ein zu großes Risiko für lebensbedrohliche Nebenwirkungen wie Blutungen/Schwellungen im Gehirn. Mehr Infos findet ihr bei der Europäischen Arzneimittelbehörde und beim aerzteblatt.de.

    Kann Alzheimerdemenz vorgebeugt werden?

    Generell könnt ihr mithilfe eines gesunden Lebensstils das Risiko an Alzheimer sowie an anderen (Demenz-)Erkrankungen mindern. Wie bei der Parkinson-Erkrankung ist auch hier wieder die mediterrane Ernährung zu empfehlen. Sehr wichtig ist neben regelmäßiger Bewegung (in freier Natur) auch Denkarbeit in Form von Rätseln, Erinnerungstrainings, kreativen Hobbys, einem lebendigen Sozialleben usw. wichtig, um Geist und Körper fit zu halten.

    Bald geben wir euch weitere Tipps, wie ihr Menschen mit Demenz im Alltag bestmöglich unterstützen könnt und informieren euch darüber, ab wann ihr professionelle Hilfe – zum Beispiel durch einen ambulanten Pflegedienst wie den Sensus Pflegedienst – in Anspruch nehmen solltet und welche vorbereitenden Maßnahmen zu Beginn einer Demenzerkrankung elementar sind.

    Weiteführende und stets aktuelle Infos findet ihr bei Alzheimer Forschung Initiative e. V.

     

    Titelbild: © Adobe Stock – Lisa Weatherbee

  • Parkinson – eine der häufigsten Nervenkrankheiten

    Parkinson – eine der häufigsten Nervenkrankheiten

    Parkinson (Morbus Parkinson, Parkinson-Syndrom, idiopathisches Parkinson-Syndrom/IPS) zählt zu den häufigsten Krankheiten des zentralen Nervensystems. Rund ein bis zwei von 1.000 Personen erkranken an Parkinson – meist sind ältere Menschen betroffen. Wer schon mal etwas von der Erkrankung gehört oder selbst Erfahrungen damit gesammelt hat, denkt dabei vor allem an eines der für Parkinson typischsten Symptome: das Zittern. Lest hier die wichtigsten Infos und erfahrt, welche Frühsymptome bereits Jahrzehnte vor der Diagnose auf Parkinson hindeuten können und inwiefern der Nervenkrankheit laut einer aktuellen Studie möglicherweise vorgebeugt werden kann.

    Was ist Parkinson?

    Parkinson ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der es zu einem Verlust von Nervenzellen im Gehirn kommt, die den Botenstoff Dopamin enthalten. Ein Dopaminmangel im Gehirn führt dann zu den für Parkinson typischen Bewegungsstörungen. Spricht man vom Parkinson-Syndrom, ist in der Regel Morbus Parkinson gemeint. Rund 75 von 100 Patient:innen, die die Diagnose Parkinson bekommen, haben Morbus Parkinson. Benannt wurde Parkinson nach dem britischen Arzt James Parkinson, der im Jahr 1817 die Erkrankung zuerst als „Schüttellähmung“ (Paralysis agitans) bezeichnete.

    Welche Parkinson-Formen gibt es?

        1. Morbus Parkinson/idiopathisches Parkinson-Syndrom
        2. Genetische Formen – treten meist schon im jungen Erwachsenenalter auf
        3. Atypische Parkinson-Syndrome ausgelöst durch neurodegenerative Erkrankungen wie Lewy-Körperchen-Demenz
        4. Symptomatische Parkinson-Syndrome (sekundär) ausgelöst durch Medikamente wie Neuroleptika oder blutdrucksenkende Mittel, Nervengifte wie Kohlenmonoxid oder Mangan, Erkrankungen wie Schädel-Hirn-Trauma, Stoffwechselstörungen (Morbus Wilson), Tumore oder sich wiederholende Verletzungen des Gehirns – beispielsweise beim Boxen.

    Was ist die Ursache?

    Bei Menschen, die an Parkinson erkranken, sterben bestimmte Nervenzellen in der schwarzen Substanz (Substantia nigra) im Gehirn ab. Dadurch entsteht ein Dopaminmangel. Dopamin und weitere Stoffe dienen als Botenstoffe, um Informationen von Nervenzelle zu Nervenzelle zu transportieren – sie sind somit maßgeblich an unserer Bewegungssteuerung beteiligt. Der Dopaminmangel bringt diesen Prozess und das Gleichgewicht der anderen Botenstoffe wie Acetylcholin und Glutamat durcheinander – Bewegungsstörungen sind die Folge. Ein Überschuss an Acetylcholin ist zum Beispiel der Grund für Zittern und Muskelsteifheit.

    Die genaue Ursache für Morbus Parkinson ist unbekannt. Daher stammt auch die Bezeichnung idiopatisches (ohne erkennbare Ursache) Parkinson-Syndrom. Vermutet werden genetische Veranlagungen und Umwelteinflüsse (Pestizide).

    Parkinson-Symptome

    Die Erkrankung zeichnet sich durch vier typische Hauptsymptome beziehungsweise Bewegungsstörungen aus, die anfangs meist einseitig auftreten:

    1. Bewegungsverlangsamung (Bradykinese)

    Die Bradykinese bezeichnet die Bewegungsverlangsamung der Betroffenen und ist das häufigste Symptom im Parkinson-Frühstadium. Hierbei ist jede kleinste Bewegung wie das Gehen, Aufstehen oder auch Drehen nur noch mit Mühe und verlangsamt möglich. Typisch für die Bewegungsverlangsamung (Bradykinese) sind außerdem eine gebeugte Haltung, sehr kleine Schritte und verlangsamte bis starre Mimik und Gestik. Auch das Schlucken, Trinken und Schreiben fällt immer schwerer. Manchmal bereitet bereits der Versuch von Spontanbewegungen große Schwierigkeiten, weshalb sie immer weiter abnehmen (Hypokinese). Im schlimmsten Fall kommt zu einer kompletten und lebensbedrohlichen Bewegungsblockade (Akinese).

    2. Muskelsteifheit (Rigor)

    Die für Parkinson typische Muskelsteifheit wird auch Rigor genannt. Zu Beginn können besonders die Nacken- und Schultermuskeln nicht mehr kontrolliert und bewegt werden. Bei der ärztlichen Untersuchung kann außerdem das Zahnradphänomen festgestellt werden: Soll die an Parkinson erkrankte Person beispielsweise den angewinkelten Arm strecken, erfolgt die Bewegung ruckartig – vergleichbar mit einem Zahnrad.

    3. Zittern (Tremor)

    Auch das langsame Zittern (Tremor) ist eines der Hauptsymptome bei Parkinson. Meist tritt es in Ruhe einseitig an den Händen (Finger reiben oft aneinander) und später auch an den Füßen auf – es wird daher auch Ruhetremor genannt. Während einer Bewegung und im Schlaf hört es meist auf. Es kann aber auch komplett ausbleiben.

    4. Instabile Körperhaltung (posturale Instabilität)

    Parkinson-Patient:innen leiden zudem häufig an einer instabilen Körperhaltung (posturaler Instabilität). Gesunde Menschen sind in der Lage, durch ihre Halte- und Stellreflexe Balance zu halten. Bei Parkinson sind die Reflexe gestört, wodurch Betroffene einen unsicheren Gang haben und besonders in unerwarteten oder hektischen Situationen schneller ins Wanken geraten und stürzen.

    Mögliche Begleitsymptome

        • Verschlechterung des Geruchsinns
        • Schlafstörungen durch starke Bewegungen während der Traumschlafphasen (REMS-Schlaf-Verhaltensstörung)
        • Chronische Verstopfung und/oder Blasenschwäche
        • Depressive Verstimmungen
        • Muskel- und Gelenkschmerzen – verursacht durch Muskelsteifheit
        • Talgdrüsen im Gesicht neigen zur Überproduktion („Salbengesicht“)
        • Körpertemperatur- und Kreislaufstörungen
        • Sehstörungen
        • Schluckstörungen
        • Potenzstörungen
        • Demenz (bei etwa drei bis vier von zehn Parkinson-Patient:innen)

    Bereits 20 Jahre vor der Parkinson-Diagnose und somit in der Frühphase (Prodromalstadium) zeigen sich häufig schon nicht-motorische Begleitsymptome wie Geruchs- und Schlafstörungen, Depressionen und chronische Verstopfung.

    Akinetische Krise im Parkinson-Spätstadium

    Abgesehen davon, dass viele an Parkinson erkrankte Menschen im Spätstadium auf einen Rollstuhl angewiesen sind, besteht außerdem das Risiko einer akinetischen Krise, bei der die Patient:innen vollkommen bewegungsunfähig sind. Dieser lebensbedrohliche Zustand kann sich ganz plötzlich oder innerhalb weniger Tage entwickeln und betrifft auch das Schlucken und Sprechen. Die akinetische Krise ist daher ein akuter und lebensbedrohlicher Notfall.

    Was kann eine akinetische Krise auslösen?

        • Flüssigkeitsmangel
        • Abruptes Absetzen oder Reduzieren der Parkinson-Medikamente
        • Schwere Erkrankungen
        • Operative Eingriffe

    Wie wird Parkinson diagnostiziert?

    Gerade im Frühstadium ist die Diagnose Parkinson nicht so einfach zu stellen.

    Oft stellen Erkrankte im Frühstadium selbst fest, dass sie sich langsamer bewegen, schneller hinfallen, schlechter feinmotorische Dinge ausüben können und/oder schlechter riechen. Manchmal bemerken auch Angehörige diese Veränderungen zuerst.

    Folgt dann der Gang zum Arzt, ist eine ausführliche Anamnese wichtig. Am besten notiert sich der/die Patient:in bereits im Vorfeld, welche Veränderungen er/sie bei sich festgestellt hat und erstellt eine Übersicht über bereits diagnostizierte Erkrankungen sowie eine Medikamentenliste.

    Anhand des Gesprächs, einer körperlich-neurologischen Untersuchung und eines Ausschlussverfahrens anderer Erkrankungen beispielsweise mithilfe von CT und MRT und anhand der typischen Symptome wie Bewegungsarmut und mindestens eines weiteren Symptoms, kann der Arzt dann die Diagnose Parkinson stellen.

    Da das Gehirn über zu wenig Nervenzellen verfügt, die den Botenstoff Dopamin ausschütten, kann auch mithilfe der Positronen-Emissons-Tomografie (PET) Parkinson nachgewiesen werden.

    Befindet sich die an Parkinson erkrankte Person schon im Spätstadium, ist die ärztliche Diagnose einfach und benötigt aufgrund der Hauptsymptome eigentlich keine weiteren Untersuchungen.

    In einigen Fällen müssen jedoch weitere Ausschlussverfahren und Tests erfolgen, um eine Diagnose stellen zu können. In diesem Fall ist es wichtig, einen Arzt zu konsultieren, der viel Erfahrung im Bereich der Parkinson-Diagnostik hat.

    Levodopa-Test (L-Dopa-Test)

    Ein Test, der häufiger angewandt wird, ist der Levodopa-Test – auch L-Dopa-Test genannt. Hierbei erhält die betroffene Person den Stoff Levodopa, die eine Vorstufe von Dopamin ist und im Gehirn zu Dopamin umgewandelt wird. Gehen die Symptome nach dem Test zurück, deutet dies auf das indiopatische Parkinson-Syndrom hin, da dem Gehirn wieder mehr Dopamin zur Verfügung steht als zuvor. Der Test genügt aber nicht als alleiniges Indiz. Je nach Beschwerdebild kann der Test auch mit dem Wirkstoff Apomorphin gemacht werden.

    Wie wird Parkinson behandelt und ist es heilbar?

    Parkinson kann vor allem mithilfe von Medikamenten und weiterer Maßnahmen meist über Jahre gut behandelt werden. Heilbar ist die Erkrankung bislang nicht.

    Behandelt wird Morbus Parkinson vor allem mit Medikamenten (oral, als Pumpentherapie oder als Pflaster) wie …

    Levodopa (L-Dopa, L-3,4-Dihydroxyphenylalanin)

    Levodopa ist derzeit das wirksamste Medikament gegen die typischen Parkinson-Symptome Bewegungsverlangsamung und Muskelanspannung. Da von Außen zugeführtes Dopamin unsere Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann, benötigt es beispielsweise Levodopa (L-Dopa) – der Stoff ist eine Dopamin-Vorstufe. Mithilfe von Decarboxylase-Hemmern kann er die Schranke in außreichender Menge überwinden. Im Gehirn wandelt er sich schließlich in Dopamin um. L-Dopa ist besonders zu Beginn sehr gut verträglich. Allerdings kann er nicht verhindern, dass die Erkrankung weiter voranschreitet, zudem nehmen Wirkdauer und Verträglichkeit mit der Zeit immer mehr ab.

    Mögliche Nebenwirkungen:

        • unkontrollierbare Bewegungen (Hyperkinesien)
        • Wirkungsfluktuationen („On-Off-Phänomene)
        • Müdigkeit
        • psychische Beschwerden
        • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
        • Magenbeschwerden

    Dopaminagonisten

    Statt L-Dopa können auch Dopaminagonisten (Ergot- oder Nicht-Ergot-Präparate wie Bromocriptin, Lisurid und Pergolid, Ropinirol oder Pramipexol) bei Parkinson zum Einsatz kommen, die den Botenstoff Dopamin nachahmen. Sie werden vor allem Parkinson-Patient:innen unter 60 Jahren in der Frühphase verschrieben, um später auf L-Dopa zurückgreifen zu können und so die Nebenwirkungen und Wirkdauer durch eine zu lange Einnahme zu verringern. Zwar verlieren Dopaminagonisten nicht an Wirksamkeit und zögern Bewegungsstörungen meist lange hinaus, allerdings haben sie bereits zu Beginn starke Nebenwirkungen:

        • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Bauchschmerzen
        • Psychosen
        • Zwänge
        • Erschöpfung/Schläfrigkeit
        • seltene Nebenwirkung bei bestimmten Präparaten: Bindegewegswachstum der Herzklappen (Herzklappen-Fibrose) – darf daher nicht bei Herzklappen-Erkrankung eingenommen werden

    Weitere Medikamente

        • COMT-Hemmer wie Entacapon und Tolcapon – gegen Dopamin-Wirkungsschwankungen
        • MAO-B-Hemmer wie Selegilin und Rasagilin – bremsen Domamin-Abbau
        • Anticholinergika wie Biperiden und Bornaprin gegen Zittern
        • NMDA-Hemmer Amantadin – erhöhen Dopamin-Ausschüttung und Beweglichkeit

    Ergänzende Behandlungsmöglichkeiten:

        • Physiotherapie und Ergotherapie, um die Beweglichkeit zu erhalten, den Alltag bewältigen und Hobbys ausüben zu können
        • logopädische Therapie, um das Sprechen, Schlucken sowie die Gestik und Mimik zu trainieren
        • Entspannungstechniken, um dem Zittern entgegenzuwirken und sich allgemein wohler zu fühlen
        • Psychotherapie für Patient:innen und Angehörige
        • operativer Eingriff: Sofern Medikamente nicht mehr ausreichen, kann eine Tiefenhirnstimulation (THS oder Deep Brain Stimulation/DBS) sinnvoll sein. Hierbei müssen Risiko und Nutzen individuell abgewogen werden.

    Stammzell-Therapie: Noch zu wenig erforscht

    Derzeit wird erforscht, ob die abgestorbenen Nervenzellen im Gehirn bei Parkinson-Patient:innen durch eine Stammzell-Therapie – auch Stammzell-Injektion oder Stammzell-Transplantation genannt – ersetzt werden können. Die Stammzellen werden aus dem Knochenmark der erkrankten Person entnommen und anschließend ins Gehirn eingepflanzt. Da noch nicht ausreichend erforscht ist, wie sich die adulte Stammzellen-Therapie tatsächlich auf die Gesundheit auswirkt, warnen Expert:innen vor den bereits kursierenden Angeboten, die aus eigener Tasche bezahlt werden müssen.

    Hannes Tipps zur ambulanten Pflege bei Parkinson

    Ist das idiopathische Parkinson-Syndrom bereits weiter fortgeschritten, ist es sinnvoll, einen ambulanten Pflegedienst hinzuziehen.

    Das rät Hanne des Pflegedienstes Sensus:

        • Ganz wichtig ist, sich als Angehörige Aussagen wie „lach doch mal“ oder „beeil dich“ abzugewöhnen, da Parkinson-Erkrankte diese Dinge schlichtweg kaum bis gar nicht mehr können. Stattdessen geben Geduld und ein freundlicher und liebevoller Umgang der erkrankten Person Zuversicht und Anerkennung.
        • Je nach Krankheitsschwere benötigen die Erkrankten Hilfe bei der Körperpflege, Nahrungsaufnahme und bei der Medikamenteneinnahme.
        • Hilfsmittel wie Essenshilfen (z. B. spezielles Besteck und Nagelbretter, um weiterhin Gemüese etc. mit einer Hand schneiden zu können, Lätzchen etc.) verwenden, um das Schamgefühl zu senken und die Mobilität zu erhalten.
        • Persönliche Interessen wie Lesen (daraus kann z. B. Vorlesen werden), tanzen zu bekannten Melodien, (Hilfe) beim Musizieren und einfache Gesellschaftsspiele mit großen Spielfiguren und großem Spielfeld etc. sollten gefördert werden.

    Anm. d. Red.: Ob ihr oder eine Person in eurem Umfeld an Parkinson erkrankt ist, kann nur ein Arzt feststellen. Auch kann nur ein Arzt festlegen, welche Therapiemaßnahmen sinnvoll sind.

    Neue Studie zur Parkinsonprävention

    Ein frühes Symptom der Nervenkrankheit sind beispielsweise Darmbeschwerden (chronische Verstopfung). Der Darm spielt unter anderem bei Stoffwechselvorgängen und bei der Entstehung von Krankheiten eine wichtige Rolle. Expert:innen vermuten daher auch bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson, dass unserer Darmflora (Mikrobiom) eine wichtige Aufgabe zuteil wird. Denn die Nerven unseres Gehirns sind über bestimmte Nervenbahnen wie den Vagusnerv mit dem Darm verbunden – man spricht hierbei auch von der „Darm-Hirn-Achse“. Als Botenstoffe dienen hierbei Stoffwechselprodukte von Darmbakterien. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass die Zusammensetzung der Bakterienstämme im Darm bei manchen Parkinson-Proband:innen, die eine Blinddarm-OP (Appendektomie) hatten, verändert war.

    Auch in anderen Studien konnte nachgewiesen werden, dass sich das Darmmikrobiom bei Parkinson-Patient:innen von der Darmflora gesunder Menschen unterscheidet. Die Darmflora kann mitunter auch durch Stress, Depressionen, ungesunde Ernährung, Nikotin-, Alkohol- und Drogenkonsum negativ beeinflusst werden.

    Zur Parkinsonprävention empfehlen Expert:innen daher eine ausgewogene Ernährung beispielsweise mithilfe der mediterranen Ernährung/ Mittelmeerdiät.

    Weitere Infos findet ihr bei der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

    Die Studie findet ihr in der PubMed Datenbank der National Library of Medicine: Nakahara K, Nakane S, Ishii K et al. Gut microbiota of Parkinson’s disease in an appendectomy cohort: a preliminary study. Sci Rep 2023 Feb 7; 13 (1): 2210 doi: 10.1038/s41598-023-29219-2

     

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